Archiv für den Monat: Dezember 2011

//Dezember

Immatrikulation Auto

AE – Das Auto, das wir letztes Jahr gekauft haben, war immer noch auf den Namen vom vorherigen Besitzer registriert. Spätestens am 10. Dezember mussten wir das ändern und mich als neuen Besitzer und Eigentümer auf der Immatrikulation eintragen.

So ging ich, um das sofort zu erledigen, am Freitag mit Rodrigo und Messias nach Guaranda. In Ecuador muss man alle vier Jahre die Permisio (Fahrausweis) erneuern.

Messias kam mit dem Computer beim ersten Versuch nicht richtig zurecht und probierte es nun 2 Tage später erneut – er schaffte es und war sehr zufrieden. Wir waren zirka um 09.00 Uhr bei der Automobilkontrolle. Er erhielt eine Nummer (Nr 13) und musste warten bis er aufgerufen wurde.

Wir wussten, dass er lange Zeit warten musste und fingen damit an, meine Immatrikulation zu regeln. Alles begann um 09.15 Uhr. Ich erhielt erst mal einen Zettel mit 10 Punkten, die ich erfüllen musste. Zum Glück waren einzelne für mich als Ausländer nicht erfüllbar. So müssen die Ecuadorianer einen Beleg bringen, dass sie an den Wahlen oder Abstimmungen teilgenommen haben. Selbstverständlich gehörten Kopien vom Pass, von der alten Immatrikulation, der vom Notar beglaubigte Kaufvertrag, Kopie der Identitätskarte des vorherigen Eigentümers dazu.

Mit all diesen Dokumenten ging ich zum Schalter 2. Hier wurde mir mitgeteilt, dass ich weiter unten in der Stadt zum Amt IRS gehen musste. Dieses kontrollierte alle Unterlagen und erstellte eine erste Rechnung von um die $ 160. Gleichzeitig stellte das Amt aber fest, dass zwei Daten auf der bestehenden Immatrikulation nicht übereinstimmten. Also mussten wieder hinauf zur Automobilkontrolle und diese Daten ändern lassen. Diese sagte mir, dass ich nachmittags um 15.00 Uhr wieder beim IRS sein müsste und ich dann den entsprechenden Betrag bei der Bank einzahlen könnte. Es war in der Zwischenzeit 12.00 Uhr.

Messias konnte seine Prüfung um 11.15 Uhr ablegen. Glücklicherweise hat er diesmal Erfolg. Das erste Mal ist er an der Bedienung des Computers gescheitert. Nach etwa einer halben Stunde ist er fertig und muss im Wartsaal warten. Hier im Wartsaal hat es natürlich einen TV, der so laut eingestellt ist, dass man an den Schaltern nicht gut hört, was die Beamten sagen. Zweimal wurde Messias an die Schalter gerufen. Beim dritten Aufruf erhielt er seine Permisio.

Wir gingen anschliessend mittagessen – es war 12.30 Uhr.

Nach dem Essen um 15.00 Uhr ging ich zum IRS um die neue Rechnung mit den aktualisierten Daten zu holen. Leider waren die Daten nicht aktualisiert. Also gingen wir wieder zur Automobilkontrolle. Der Chef persönlich aktualisierte die Daten. Wir konnten also wieder hinunter zum IRS – war jedes Mal zirka 5 Minuten mit dem Auto, Parkplatz suchen und warten am Schalter.

Diesmal klappte es aber. Ich konnte mit meinem Beleg zur Bank. Es waren $ 178, die ich bei der Bank einzahlen musste. Jetzt wieder hinauf zur Automobilkontrolle. Wir konnten direkt zum Chef, bzw. dessen Sekretärin. Diese erklärte uns, dass der Vertrag nicht mehr gültig sei und ich zwei Möglichkeiten hätte: neuen Vertrag erstellen oder eine Person mit ecuadorianischer Permisio solle quasi eine Vollmacht ausstellen. Es war in der Zwischenzeit 16.30 und wir konnten die Rückfahrt nach Simiátug antreten.

Ich wollte einen neuen Vertrag erstellen lassen und telefonierte nach Cuenca, wo ich das Auto gekauft habe. Drei Stunden später rief mich der Vermittler an und sagte mir, dass eine Anfertigung eines neuen Vertrages nicht möglich sei, da der vormalige Eigentümer im Ausland sei. Ich solle aber den Beamten den Vorschlag machen, dass ich bereit sei, eine Busse zu zahlen.

Am Montag fuhr ich also allein nach Guaranda, um die Sache zu erledigen. Um 09.45 war ich  in Guaranda. Bei der Einfahrt liess ich das Auto waschen. Anschliessend fuhr ich sofort zur Automobilkontrolle. Ich erklärte der Sekretärin die Situation und dass ich bereit wäre, eine Strafe zu zahlen. Sie sagte mir anschliessend, dass ich eine Citacion. Diese könne ich von jedem Polizisten ausstellen lassen. Also suchte ich den nächsten Polizisten, der mir nach dem ich ihm eine Kopie meines Passes und einer Kopie meines Fahrausweises diese Citacion erstellte.

Mit dieser Citacion ging ich zum Schalter 2. Hier musste ich also $ 13 bezahlen. Leider war die Sache damit aber nicht erledigt. Nun hiess es auf einmal, dass ich den Wagen einer technischen Kontrolle unterwerfen müsste. Diese Kontrolle findet draussen auf der Strasse vor der Automobilkontrolle statt. Ein Beamter kam mit einem Formular und kontrollierte das geparkte Fahrzeug. Da das Auto ziemlich neu ist, waren keine Mängel zu beanstanden. Dass ich das Pannendreieck nicht fand, übersah er wohlwollend.

Mit dem Formular der Kontrolle erschien ich wieder am Schalter 5. Nun schien alles i.O. Ich durfte mich hinsetzen. Nach 15 Minuten wurde ich wieder aufgerufen – es fehlte noch eine Kopie – weiss nicht mehr welche. Diese lieferte ich nach und dann 12.45 wurde ich ein zweites Mal aufgerufen und erhielt meine Immatrikulation.

Wie war ich zufrieden – eine richtige Erlösung, obwohl ich des Wartens und der komplizierten Abläufe ziemlich gewohnt war. Ich brauchte insgesamt praktisch zwei Tage, wenn man die Reiserei von Simiatug nach Guaranda mit jeweils 2 Stunden miteinrechnet.

Diese Geschichte schrieb ich vor allem darum, um aufzuzeigen, wo und wie sich das Land verbessern könnte. Wenn man bedenkt wieviel Zeit hier verloren geht, die nützlich genutzt werden könnte, so kann man sich vorstellen, wie wirtschaftlicher gearbeitet werden kann.

 

Immatrikulation Auto2011-12-22T01:56:06+00:00

Ankunft

Quito

[singlepic id=524 w=320 h=240 float=left]Ungefähr um Mitternacht trafen wir in Quito ein, hatten ruhige Flüge von Buenes Aires nach Lima und von da nach Quito. Die Ankunftshalle in Quito jedoch war randvoll gefüllt mit Reisenden und wir brauchten fast zwei Stunden, bis wir den Flughafen verlassen konnten – Pass – und Gepäckkontrolle.

Am Morgen rief uns schon unsere Freundin Carmen Ochoa in Quito an, und teilte uns mit, dass wir uns am Abend nicht nur mit ihr, sondern auch mit Padre Arnold aus der Schweiz treffen würden. Das freute uns natürlich sehr. Zusammen verbrachten wir einen gemütlichen Abend und erfuhren so auch aus erster Hand, was er und seine Begleiter auf der Reise alles erlebt hatten und was es so Neues gab für die Stiftung. Er war sehr zufrieden über seine Reise und sie hatten wunderbares Wetter.

Simiatug

[singlepic id=525 w=320 h=240 float=right]Am nächsten Morgen wurden wir mit unserem Auto von einem der Mitarbeiter des FEEP von Guaranda abgeholt. In Ambato machten wir noch ein paar Einkäufe und trafen dann so gegen 17.30 Uhr an unserem Arbeitsplatz ein. Unser erster Gang ging natürlich ins Pfarrhaus. Wir wurden von den beiden Padres mit strahlendem Gesicht empfangen und innig umarmt. Padre Sandro fand vor lauter Freude fast keine Worte und war überglücklich uns zu sehen. Er konnte fast nicht glauben, dass wir wieder da waren. Gleich schon am nächsten Tag wollte er mit uns nach Santo Domingo fahren, damit wir seine Arbeit kontrollieren könnten.

[singlepic id=529 w=320 h=240 float=left]Padre Sandro begleitete uns ins Hostal und wollte uns mit dem Gepäck behilflich sein. Da stand auch schon Cornelia bereit und alle sprangen herbei um uns höchst persönlich zu begrüssen. An unserer Türe stand ein Willkommens-Schild und ein gutes Essen wartete auch schon auf uns. Wir spürten richtig wie erfreut alle waren, dass wir wieder im Land sind. Auch am nächsten Tag werden wir überall mit „Willkommen“ d.h. „Bienvenidos“begrüsst. Auch die Schwestern liefen mit ausgestreckten Armen auf uns zu und hiessen uns ganz herzlich willkommen.

Eddy fuhr schon am nächsten Morgen nach Guaranda um unser Auto zu immatrikulieren und ich wurde schon ins Pfarrhaus gerufen. Die Koffern standen noch herum und warteten.

Somit musste auch Santo Domingo noch warten. Also fuhren wir am Freitag dahin und nahmen an einer Versammlung der Gemeinde teil. Sie bedankten sich herzlich bei uns und all unseren Freunden und Verwandten aus der Schweiz. Und teilten uns schon mal mit, dass wir dann zur Einsegnung und zum Fest eingeladen werden.

Samstags wollte Padre Sandro, dass wir ihn am Morgen an eine Messe mit Taufe begleiteten, an den Ort, an dem sie letzten Winter so ihre Schwierigkeiten mit der Strasse hatten und am Nachmittag an eine Beerdigung in eine ganz andere Richtung.

Die folgende Woche stürzten wir uns schon voll in die Arbeit. Eddy fuhr schon zweimal mit dem Camion nach Ambato – Material besorgen, dann nochmals nach Guarando – Auto- Immatrikulation, was er im Detail berichten wird und dann folgt schon ein Umbau hier im Hostal.

[singlepic id=526 w=320 h=240 float=right]Ich sehe schon wieder viel Arbeit im Pfarrhaus und am Freitag ging’s schon wieder in die Schule. Sonntags begleiteten wir Padre José-Luis in eine Gemeinde, die mit dem Auto nicht zugänglich ist. Wir liefen zuerst bergab, dann wieder bergauf – 1½ Stunde. Wir feierten eine Hochzeitsmesse, in der anschliessend noch die vier Kinder des Paares getauft wurden. Die Mühe hat sich doch [singlepic id=527 w=320 h=240 float=right]gelohnt- oder?

Heute Montag fuhr ich mit Padre José-Luis in zwei neue Gemeinden, die etwas tiefer liegen und bedeutend wärmer sind. Hier soll ich die grösseren Kinder zum Unterrichten übernehmen, da der Padre sich um die Kollegiums-Schüler bekümmern muss.

Im unteren Dorf wurden wir noch zu einem zwei Monate alten, toten Kind gerufen. Wie so oft hier, ist die Mutter sehr jung und ohne Mann.

Hier noch ein kleines Detail: Die Temperatur im Hostal beträgt 12 Grad. Es gab keine Sonne heute und die Temperatur sinkt sofort. Bei unserem Eintreffen in Simiatug hatte es 14 Grad. Die Natur benötigt jedoch den Regen. Im Sommer ist hier alles trocken und es fällt kein Regen. Da wir dieses Jahr einen Monat früher hier sind, können wir den Unterschied deutlich sehen.

Ankunft2011-12-14T02:36:06+00:00
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