Archiv für den Monat: März 2012

Reparaturen und Werkstätten

Eddy: Könnte fast sagen 2 Wochen wie immer – voller Abwechslung, voller Über-raschungen und viel Arbeit. Ich hatte wieder mal was Neues zu tun: erstmals konnte er sich als Elektriker in Szene setzen. In der Comunidad Mindina wurde ein Touristenhaus gebaut, das kurz vor der Vollendung ist. In den letzten zwei Wochen wurden die Elektroinstallationen gemacht: Kabel, Steckdosen, Schalter und Sicherungskasten. Alles wird von „El cielo en la tierra“ gemacht, bis auf den Anschluss ans Netz. Momentan ist das Netz 110 Volt. Die Installation ist aber so, dass später einmal auf 220 Volt gewechselt werden kann. Dies ist zur Zeit nicht möglich, da es dafür einen Trafo braucht und diesen will oder kann niemand bezahlen.

In der ersten Woche schien mir die Arbeit der Frauen gut zu sein – in der zweiten er-schien aber niemand; sie müssen ja Minga leisten – „Gmeiwärch“. Die einzige Leistung, die erbracht wurde, war das Mittagessen – Indigena-Suppe mit Poulet und dann Reis mit etwas dazu (z. B. ein Spiegelei, Bohnen oder …). Die Suppe ist nicht schlecht – der Rest 😉

Zudem war ich jede Woche mindestens einmal bei den „hermanas“ (Salesianer-Kloster-Frauen) für Reparaturen: Türschlösser, Wasserschäden, Strom….. Sie sind glücklich und unendlich dankbar für jede Reparatur und dafür, dass endlich jemand Zeit für dies alles hat.

Der einzige, der die Reparaturen erledigen könnte, ist der Vorarbeiter Rodrigo und der kann einfach nicht überall sein!

Im Hostal, wo wir wohnen, habe ich im letzten Jahr – glaube im Mai – ein elektrisches Türschloss installiert. Bei dem funktionierte bisher nur die Gegensprechanlage. Ich habe in den letzten Tagen den Rest installiert und nun kann man die Haupteingangstür von der Küche oder vom Büro aus öffnen. Dies ist vor allem in der Nacht ein grosser Vorteil.

Vreny: Im Moment bringe ich das Pfarrhaus ein wenig in Schwung, vor allem nach aussen – Fenster putzen – glaube kaum, dass die schon mal einen Putzlappen gesehen haben. Fensterputz ist hier auf dem Lande nicht üblich.

Am 16. März feierten Padre Sandro und Cornelia Geburtstag. So kochte ich am Nachmittag im Pfarrhaus für 15 Personen und stand somit fast den ganzen Tag in der Küche. Habe Glace gemacht – haben wir hier keines – leckere Brownies gebacken, einen feinen Braten mit Kartoffelstock und dem hier üblichen weissen Reis gekocht, dazu Salat. Erster Gang ist hier immer eine warme Suppe zum Aufwärmen, kochte eine grüne Suppe – mit der grünen Banane! Padre José-Luis half fest mit, deckte den Tisch und verzierte mit Luftballonen den Raum, der neue Voluntario Miguel-Angel dekorierte den Tisch mit selbstgebastelten Blumen und so staunte der Padre nicht schlecht, als er später ins Haus kam. Machte sich dann auch hübsch und zog die neue Jacke an – Antons Jacke – an der ich den Kragen abgeändert habe, siehe Foto. Kurzum, hat sich sehr gefreut über das kleine Fest, ihm und Cornelia zu ehren. Bedankte sich dann auch am andern Tag noch zweimal bei mir für’s Organisieren.

Dann geht’s mal wieder in die Schule, oder zur Nachhilfestunde, oder mal wieder in die Bäckerei und an den Wochenenden wieder mal eine Werkstatt für’s Kochen – Materialbeschaffung usw. und so vergeht die Zeit wie im Flug. Denke schon jetzt, dass wir nicht alles erledigen können, was wir gerne erledigt hätten.

  • Exkurs: Jede Provinz ist in Kantone eingeteilt, die Kantone ihrerseits in Paroquias. Die Kantone entsprechen in etwa den Bezirken bei uns und die Paroquia ist die Gemeinde. Die Gemeinden wiederum bestehen aus vielen Comunidades. Diese würde bei uns so etwas wie Weiler sein. Die Organisation innerhalb der Comunidad entspricht aber fast dem des Gemeinderates bei uns auf ihrem Territorium. Der Gemeinderat (Junta paroquial) ist aber das offizielle Organ der Gemeinde und ist somit für alle Comunidades verantwortlich. Leider ist die Junta paroquial in Simiatug nichts wert. Die bringen es nicht fertig, mindestens das Dorf einigermassen sauber zu halten. Neustens liegen an vielen Orten im Dorf sogar Babywindeln (Pampers).
Reparaturen und Werkstätten2012-03-30T15:35:42+00:00

Kindergarten Santo Domingo – was nun?

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass wir von der Grosszügigkeit vieler Freunde und Bekannten überrascht wurden. Dank deren grosszügigen Hilfe konnten wir einen [singlepic id=680 w=320 h=240 float=left]Kindergarten mit Küche und Essraum finanzieren, der über CHF 30’000 kostet.
Seit Ende November 2011 sind wir wieder hier in Simiatug – Ecuador. Wie letztes Jahr setzen wir uns vor allem für die Kinder und Jugendlichen ein.
Der Kindergarten wird in den nächsten Wochen fertiggestellt. Momentan werden die Elektro- und Sanitärinstallationen ausgeführt und die Türen und Fenster montiert. In [singlepic id=681 w=320 h=240 float=right]einigen Wochen soll der Kindergarten dann mit einem kleinen Fest von uns eröffnet werden.
Das Sammeln von Geld geht aber weiter. An vielen Orten könnten noch Kindergärten gebaut werden. Wir werden dort helfen, wo es am Nötigsten ist. Je nachdem wird ein ganzer Kindergarten oder nur ein Teil davon finanziert.
Zudem helfen wir bei Gebäudereparaturen und zeigen der Bevölkerung mit Werkstätten, [singlepic id=682 w=320 h=240 float=left]wie sie die Gebäude richtig unterhalten sollten.
Auch diesmal hoffen wir auf deine Grosszügigkeit und danken schon im Voraus recht herzlich.

Que dios le page – Vergelts Gott!!

Wir wünschen schon jetzt frohe Ostern – Felices Pascuas 

Bank: Raiffeisenbank Belalp-Simplon; 3904 Naters
Konto: Ecuavision, IBAN: CH45 8053 2000 0060 7559 4

Besuche die Spendenseite hier


 

Kindergarten Santo Domingo – was nun?2012-03-13T02:15:34+00:00

von Neuem Besuch: Julia und Tobias

AE – Die Tage mit Saskia und Lukas vergingen sehr schnell. An den folgenden Tagen dachten wir etwas mehr an die Schweiz und die tollen Schneeverhältnisse dort. Wir konnten uns aber trösten mit dem baldigen Besuch von Julia und Tobias, sonst wäre doch wieder vermehrt das Heimweh aufgekommen.

Wir stürzten uns wieder an die Arbeit. Ich musste am Montag Material liefern nach Santo Domingo. Im Planen sind die Arbeiter meistens nicht so geübt. Sie merken meist erst am Vortag, dass sie für den folgenden Tag nicht das nötige Material haben. Bei der Bestellung fehlt dann sehr häufig noch was, so dass vielleicht am gleichen Tag zweimal geliefert werden muss.

Am Dienstag waren die Padres nicht in Simiatug und darum gingen Vreny und ich nach Ambato einkaufen. Der ältere Sohn von Rodrigo begleitete uns. Wir kauften ein Rechaud mit Induktionsplatte. Wir brachten zudem zwei Elektrogeräte der Schwestern in eine Elektrowerkstatt zur Reparatur. Am Abend fuhren wir über El Arenal nach Simiatug und konnten so die mitgeführten Plättli in Santo Domingo abliefern.

Am Mittwoch gingen Rodrigo und ich mal wieder nach Ambato. Wir kauften noch einige Quadratmeter Plättli, da wir uns entschlossen, in der Dusche und im WC die Wände bis ganz oben zu plättlen. Zudem kauften wir die Lavabos und die Klosets.

Am Samstag wollte ich mit Padre Sandro nach Santo Domingo. Ich musste aber den Plan kurzfristig ändern, da Juan, der Computer- Betreuer in Riobama war und die Volontärin in Quito. Die Aula Virtual sollte aber für Schulung offen sein. Also sprang ich ein und war für einen Tag Chef der Informatik in Simiatug. Der Unterricht sollte von 09.00 bis 17.00 Uhr dauern. Um ca. 12.45 Uhr fragte ich den Professor, wann er die Mittagspause zu machen gedenke. Er hörte um 13.00 Uhr auf und wollte um 14.00 Uhr wieder kommen. Ich wartete ab 13.45 bis 14.15 Uhr, bis man mir mitteilte, dass Nachmittag kein Unterricht mehr sei. Die Stundenpläne sind ziemlich flexibel in diesen Kursen. Also hatte ich Feierabend.

In der folgenden Woche lief nichts Spezielles. Am Donnerstag war Mariana, die Frau von Rodrigo, krank. Ich fuhr mit Rodrigo und ihr nach Ambato ins Spital. Sie hatte eine Lungenentzündung, wegen dem feucht-kalten Wetter und dem Durchzug, in dem sie viel arbeitet, in ihrem Restaurant.

[singlepic id=581 w=320 h=240 float=left]Am Sonntag fuhren wir nach Quito, um Julia und Tobias abzuholen. Auf dem Weg besuchten wir Mariana, die sich schon ziemlich gut erholt hatte. Pünktlich um 4 Uhr landeten Julia und Tobias. Wir fuhren mit Ihnen in die Villa Esperanza, wo wir übernacheten.

[singlepic id=657 w=320 h=240 float=right]Am Montag besichtigten wir ein wenig die Stadt – fuhren auch hinauf zur Virgen; dort hat man eine relativ gute Aussicht über die Stadt. Am Dienstag fuhren wir nach Otovalo, in den Norden, wo wir diverse Artesanias kauften. Weiter ging es bis nach Ibarra, wo wir übernachteten. Am nächsten Tag ging es nach Cotacachi. Wir fuhren zur Laguna Cuicocha, einem Kratersee, der aktiv ist. Das Wasser ist ohne Lebewesen, hat eine Temperatur  von 16 Grad und  sprudelt . Am Donnerstag machten wir einen zweistündigen Ausflug hoch zu Ross, was uns allen sehr gut gefiel. Danach fuhren wir nach Simiatug.

[singlepic id=674 w=320 h=240 float=left]Für den Freitag waren wir von den Padres nach Guaico eingeladen, ein Walfahrtsort – ein Hirtenmädchen hatte dort eine Erscheinung und wurde geheilt. Für Julia war es vor allem interessant, da sie ein wenig Einblick in die Arbeit der Padres erhielt. Die Messe war für meinen Geschmack aber ziemlich lang – ca. 60 Min – die Fürbitten werden meisten frei gesprochen und auch die Predigt war ein Gemeinschaftswerk.

[singlepic id=595 w=320 h=240 float=left]Am Samstag fuhr ich mit Julia und Tobias nach Santo Domingo (Kindergarten) und anschliessend nach Quialo (Schulhaus). In Quialo lief voll die Fasnacht – und so kamen Julia und Tobias voll in den Genuss, die einheimische Bevölkerung und ihre Bräuche kennen zu lernen. Wir durften schon wieder aufs Pferd um mit einem Kugelschreiber Nastücher von einem gespannten Seil zu holen. Dabei mussten wir mit dem Kuli durch eine kleine Öse fahren. Man wollte es uns nicht allzu schwer [singlepic id=612 w=320 h=240 float=right]machen und hielt unter dem Seil praktisch an. Anschliessend war Tanzen angesagt und wie es sich gehört Trinken von Canelazo. Wir kamen fast zu spät zum Mittagessen.  Am Nachmittag war um 14.00 Uhr Messe in Playapamba. Dort konnten wir die schöne Kirchenmalerei von Cornelia bewundern, an dieser Kirche hat sie zwei Jahre lang gemalt – viele schöne Bibelszenen.

[singlepic id=608 w=320 h=240 float=left]Am Sonntag waren wir bei Mesias, einem Arbeiter des Padre, zu Cuy eingeladen. So konnten Julia und Tobias eine Indigenas-Behausung kennen lernen. Anschliessend war Stierkampf mit Fasnacht. Das durften wir natürlich nicht verpassen. Zum Glück verletzte sich keiner der zum Teil stark besoffenen Toreros. Es fing dann zu regnen an und so kehrten wir früher nach Simiatug zurück.

Montag fuhren wir gemeinsam nach Quisapincha – hier hat es billige Lederwaren. Am Abend schauten wir miteinander den Umzug ‚Flores y Frutas‘. Der Umzug war sehr schön, leider aber nicht was danach folgte – ich habe keine Videocamera mehr. Ich wurde ausgeraubt – Julia hatte grosses Glück, weil sie eine schwere Kamera und eine tiefe Tasche hatte.

[singlepic id=644 w=320 h=240 float=left]Dienstag in der Früh fuhren wir via Baños nach Puyo. Unterwegs besichtigen wir noch die Cascada del Diabolo. In Puyo wollten wir den Parque de orchídeas besichtigen, aber es regnete zu stark. Also gingen wir ins Hotel zurück und machten eine Hidromassage, Sauna und Dampfbad.

[singlepic id=648 w=320 h=240 float=right]Nach Quito fuhren wir über Tena, wo Vreny, Julia und Töbi die Insel – Planzen und Tiere besichtigten. Ich bewachte das Auto, bzw. das was drauf war (Gepäck).

Donnerstag war der letzte Tag um Quito zu erkunden – das Centro historico lernten wir besser kennen. Am Freitag waren die letzten Vorbereitungen für die Rückreise in die [singlepic id=586 w=320 h=240 float=left]Schweiz bzw. die Fahrt nach Simiatug angesagt.

[singlepic id=672 w=320 h=240 float=left]Am Samstag wurde mit ecuadorianischer Organisation der erste Teil des Films „Don Bosco“ gezeigt.  Ecuadorianisch darum, weil der Film um 16.00 Uhr gezeigt werden sollte. Ich als Operador wurde aber erst 15.45 informiert. Bis alles klappte mit den Lautsprechern usw. war es 16.40 – dann konnte es losgehen.

Wieder Alltag in Simiatug:  Arbeit in der Schreinerei, Einkauf in Ambato, Reparatur des Autos (Auswechseln der Stossdämpfer) in Ambato – bei den Strassen in Ecuador sind diese etwas schneller auszuwechseln, als in der Schweiz.

[singlepic id=675 w=320 h=240 float=left]Vreny arbeitet wie immer im Convento, in der Bäckerei, in der Schule und am Samstag hatte sie eine Werkstatt mit Frauen. Sie lernte diese Konfitüre herstellen: von  Brombeeren, Claudias (gälbi Frümä) und Ananas.

Am Samstag nachmittag um vier Uhr sahen wir den zweiten Teil des Films von „Don Bosco“, und Vreny serviert eine reichhaltige Suppe. Der Film spielte in den Jahren 1815 bis 1880 und zeigte mir recht gut wie weit die Baukunst in Italien schon war – ich darf fast nicht daran denken wie heute in Simiatug gebaut wird.

von Neuem Besuch: Julia und Tobias2012-03-06T02:46:33+00:00
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