Das dritte Halbjahr beginnt

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AE – Am 30. November spät abends landen wir in Quito. Wir sind sehr überrascht von der Anzahl, die vor den Schaltern der Migration warten – die Wartezeit beträgt ziemlich genau 1.5 Stunden. Die Koffern finden wir nachher alle neben den Förderbändern. Der Grund für die vielen Leute ist der starke Regen am 29. und am 30. November. Viele Flüge wurden nach Guayaquil umgeleitet und die Passagiere nachträglich nach Quito geflogen.

Wir passen uns zuerst 3 Tage an die Höhenluft an. In dieser Zeit besuchen wir die krebskranke Flor und die operierte Carmen. Flor wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die bei ihr auf Besuch ist in einem feuchten, kellerähnlichen Zimmer ohne Fenster von ca. 8 m2. Es hat aber wenigstens ein Bad mit Dusche – das sie mit ein paar Nachbarn teilen müssen – dies ist einigermassen sauber.

Es tut einem weh, wenn man solche Verhältnisse sieht. Sie sie sind aber auch sehr unbeholfen. Die Matraze ist auf dem feuchten Betonboden und hier schlafen die drei. Leider sind sie nicht so ordentlich und die Kleider liegen herum. Die Kost ist auch nicht die beste. Zum Frühstück gibt es zum Beispiel Yuca (wie Kartoffel, aber härter). Das ist sicher keine Kost für eine krebskranke Frau. Die Frau wiegt übrigens nur noch ca. 35 kg.

Wir beschliessen, eine andere Unterkunft für sie zu suchen. Cornelia vermittelt uns eine Adresse von einer Ärztin  und von einer Stiftung, die Leute aus den entlegenen Provinzen aufnehmen, wenn sie zur Therapie nach Quito kommen.

Am Samstag fahren wir mit dem Sohn von Flor nach Quito, um zu zügeln und um unsere Schriften (Visa) in Ordnung zu bringen. Das Prozedere  spielt sich für ecuadorianische Verhältnisse relativ schnell ab. Wir sind ca. 1 Stunde vor Schalteröffnung im Wartsaal, kommen aber nach Schalteröffnung schon nach 30 Minuten an die Reihe.

Wir fahren anschliessend zu Flor um mit ihr eine Ärztin zu konsultieren. Dort werden wir informiert, dass es nahe vom Krebsspital (Solca) ein Haus gibt, wo sie für $ 4 in (Vollpension, Extrakost für Krebskranke) sein können und dass sie betreut werden. Leider stimmen nur zwei Drittel der Informationen – der Preis und die Kost. So muss ständig eine Person bei Flor sein. Da die Geschwister von Flor nicht viel helfen, muss Angel – der Ehemann – bei ihr bleiben. Kostet natürlich auch $ 4 – und was noch fast schlimmer ist, er kann kein Geld verdienen. Wir werden versuchen, die Familie besser zu engagieren, so dass Angel arbeiten gehen kann.

Flor in ihrem früheren Zimmer

Flor in ihrem früheren Zimmer

Am Montag findet die Züglerei statt. Mit unserem kleinen Auto konnten wir alles laden (inkl. Personen), was sie in diesem Heim braucht. Am Dienstag gehen wir noch die Sachen holen, die Angel zum Kochen ausgeliehen hat vom Schwager in Ambato. So um 13.00 Uhr verlassen wir Flor mit den beiden Kindern um im Süden von Quito noch eine ältere Frau von Simiatug und eine Tocher von Rodrigo mit ihrem Töchterchen zuzuladen.  Um 16 Uhr sind wir in Ambato, wo wir noch einkaufen und essen. Simiatug erreichen wir um zirka 20 Uhr.

NB – Exkurs

Auf der Fahrt nach Quito zwischen Ambato und Quito hat es einen Bereich – in der Nähe vom Cotopaxi (einem fast-6000er) – hat es einen ziemlichen Anstieg, wo man mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 80 fahren kann. Einmal oben angelangt, drückt man immer noch im gleichen Stil auf das Gaspedal – ich erreiche so bald einmal 120 km/h , bemerke das und versuche langsamer zu werden. Die Polizei lässt mich noch mehr abbremsen. Ich wurde mit dem Radar erfasst: 116 statt 100. In der Zwischenzeit gibt es Geschwindigkeitsvorschriften: 50 innerorts, 80 ausserorts und 100 auf einzelnen Abschnitten auf ‚Autobahnen‘. Die Polizei verlangt $ 86, die wir auch anstandslos bezahlen. In unserer Naivität verlangen wir keine Quittung. Die Polizisten werden das Geld für Weihnachtseinkäufe gut gebrauchen. Carmen hilft uns dann am Sonntag, eine Denuncia zu schreiben (Anzeige der Polizei). Die Polizei darf nämlich keine Bussen einkassieren – nur Belege mitgeben zum Einzahlen der ausgesprochenen Busse bei der Bank. Mal schauen ob die Denuncia was fruchtet. Ich hinterlege diese am Dienstag früh im Innenministerium in Quito.

Anmeldung Visionäre Ecuador
2012-12-13T00:28:04+00:00
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