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Januar 2013

AE – Wollte eigentlich alle 14 Tage schreiben, aber eben: Stress 😉 wie in der Schweiz und wie ein typischer Pensionierter 🙂

[singlepic id=845 w=320 h=240 float=left]Die Festivitäten sind zu Beginn des Jahres besonders ausgiebig. Zuerst Neujahr und dann das Fest der Dreikönige (los Reyes). Neu ist in Ecuador ein Gesetz, dass Festivitäten nur noch bis 02.00 Uhr erlaubt, statt wie bisher toda la noche. Das ist darum von Bedeutung, weil bei jedem Fest mindestens ein grosser Lautsprecher draussen hingestellt wird, so dass die Leute in der Umgebung auch etwas vom „Krach“ haben.

[singlepic id=848 w=320 h=240 float=right]Reyes: Die Einkleidung der Reyes in den Communidades ist dabei aber viel wertvoller, als anschliessend das grosse Fest aller Könige in Simiatug. Die Könige versammeln sich ein erstes Mal am 5. Januar zu einer Vesper in der Kirche. Wie bei allen kirchlichen Anlässen, ist die Disziplin, von uns aus gesehen, bedenklich. Ähnlich wie bei uns bei Feldmessen, sind natürlich nicht alle in der Kirche. Und draussen herrscht ein emsiges Treiben in entsprechender Lautstärke. Nach der Vesper dauert das Fest mit den Königen bis ca. 5.00 Uhr. Dann kehren die Reyes in die Cumunidad zurück um am eigentlichen 3-Königsfest wieder in Simiatug zu sein. Alle Könige nehmen an der Messe von 11.00 Uhr teil. Am Nachmittag bringt jeder König sein Anliegen dem Herodes vor und anschliessend wird natürlich getanzt und viel Canelazo [singlepic id=853 w=320 h=240 float=left]und Drago getrunken. Ich konnte am Fest leider nicht teilnehmen, da ich die krebskranke Frau nach Ambato brachte, damit sie nach Quito zur Behandlung konnte.

Flor war eine Woche in Quito und wurde anschliessend heim geschickt. Nun ist sie zu Hause und wartet auf ihren Tod. Angel, ihr Mann, hat die Woche, in der sie in Quito war gearbeitet. Seither ist er wieder zuhause und hilft im Haus.

[singlepic id=855 w=320 h=240 float=left]Seit dem 7. Januar wird vermehrt am Kindergarten gearbeitet. Ich sehe aber bereits nach einigen Tagen, dass man den versprochenen Termin für die Eröffnung nicht einhalten kann. Leider werden uns zu wenig Arbeiter zur Verfügung gestellt. Einzelne Personen meinen immer wieder, dass es Dringenderes zu tun gibt, als die Fertigstellung eines ‚Kinder’gartens. Das bringt mich dann mal in Rage, dass ich für die Hauptverantwortliche nicht nur freundliche Worte finde – diese konnte ich auch auf Deutsch sagen, da sie Schweizerin ist.

[singlepic id=885 w=320 h=240 float=right]Nun wird aber das Werk beendigt – eine Übergabe ist für den 12. – 13. Februar vorgesehen. Warten wir ab: Paciencia y hora ecuatoriana.

Vreny hat in der Zwischenzeit wieder Katechese-Unterricht. Sie hat auch bereits zwei Nachmittage damit verbracht, den hiesigen Frauen „Strümpfe lismen“ beizubringen. Dies kommt übrigens sehr gut an, und es melden sich immer wieder Frauen (nachträglich), um das auch zu lernen.

Erfreuliche Meldung:
Wir haben ja nach unserer Geschwindigkeitsüberschreitung auf dem Weg von Ambato nach Quito eine Denuncia an die Regierung in Quito geschrieben. In abgelaufenen Monat mussten wir zweimal nach Guaranda wegen dieser Anklage. Das erste Mal mussten wir zusammen mit einem Advokaten genauer unsere „Version“ des Vorganges beschreiben. Diese Denuncia haben alle Polizisten erhalten, die an diesem Tag in der besagten Region Dienst hatten. Wir wurden dann ein zweites Mal aufgeboten nach Guaranda. Wir sollten die Polizisten anhand von Fotos erkennen. Man zeigt uns 33 Fotos. Ab diesen sollen wir den Täter überführen. Leider ist das für uns nicht möglich. Wir erwarten mindestens Fotos, wo man den Körper auch sieht. Der Polizist schlägt uns aber eine Live-Präsentation der Polizisten in Quito vor. Dies lehnen wir aber ab: aus Kosten-Nutzen-Gründen. Wir erklären der Polizei, dass wir erfreut sind, wie man versucht, die Korruption zu eliminieren und die Verwaltung und deren Umsetzung zu verbessern. Der Polizist, der extra von Quito kommt, ist damit zufrieden und verspricht, dass man derzeit alles unternehme, solche Vergehen zu verhindern und falls sie vorkommen, streng zu ahnden.
Der ganze Ablauf der Denuncia ist ein Aufsteller (des Tages) für uns – viva Ecuador – viva el presidente Correa!!

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Januar 20132013-01-30T02:04:48+00:00

Simiatug zwischen Weihnacht – Neujahr

AE -Zuerst zum eher ungemütlichen Teil. Kurz vor Weihnachten (am 18. Dezember) ruft mich Angelito an wegen seiner Frau Flor. Sie sollte an diesem Tag die nächste Chemotherapie bekommen. Die Ärzte sagen ihr, dass es keine Heilung mehr gibt für sie. Sie hat verschiedene Ableger. Angel und Flor beschliessen, nach Simiatug zurück zu kehren. Nach einem Zwischenhalt in Latacunga bei einer Schwester kommen sie nach Ambato, wo wir sie abholen. Vor der Abfahrt kaufen wir noch ein – für sie etwas Früchte und weisses Fleisch.

Flor in ihrem früheren Zimmer

Flor in ihrem früheren Zimmer

Weihnacht in Simiatug ist fast wie Fasnacht bei uns. Es gibt viele Bandas in den Strassen, die Musik machen von morgen früh bis abend spät. Natürlich gehört ein richtiges Mass an Drago-Konsum dazu. Weihnachtsbeleuchtung und Christbäume gibt es wenige bis keine. Krippen hingegen werden an vielen Orten aufgestellt: in Pärken, grösseren Firmen, auf fixen Märkten und natürlich in Kirchen.

Am Mittwoch, 26. Dezember, bekommen wir Besuch aus der Schweiz. Monika Kiechler macht eine Südamerikareise. Wir holen sie in Ambato ab und machen gleich noch unsere Einkäufe und den Einkauf für’s Kinderfest vom 29. Dezember.

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Simiatug zwischen Weihnacht – Neujahr2015-01-02T10:54:51+00:00

Das dritte Halbjahr beginnt

AE – Am 30. November spät abends landen wir in Quito. Wir sind sehr überrascht von der Anzahl, die vor den Schaltern der Migration warten – die Wartezeit beträgt ziemlich genau 1.5 Stunden. Die Koffern finden wir nachher alle neben den Förderbändern. Der Grund für die vielen Leute ist der starke Regen am 29. und am 30. November. Viele Flüge wurden nach Guayaquil umgeleitet und die Passagiere nachträglich nach Quito geflogen.

Wir passen uns zuerst 3 Tage an die Höhenluft an. In dieser Zeit besuchen wir die krebskranke Flor und die operierte Carmen. Flor wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die bei ihr auf Besuch ist in einem feuchten, kellerähnlichen Zimmer ohne Fenster von ca. 8 m2. Es hat aber wenigstens ein Bad mit Dusche – das sie mit ein paar Nachbarn teilen müssen – dies ist einigermassen sauber.

Es tut einem weh, wenn man solche Verhältnisse sieht. Sie sie sind aber auch sehr unbeholfen. Die Matraze ist auf dem feuchten Betonboden und hier schlafen die drei. Leider sind sie nicht so ordentlich und die Kleider liegen herum. Die Kost ist auch nicht die beste. Zum Frühstück gibt es zum Beispiel Yuca (wie Kartoffel, aber härter). Das ist sicher keine Kost für eine krebskranke Frau. Die Frau wiegt übrigens nur noch ca. 35 kg.

Wir beschliessen, eine andere Unterkunft für sie zu suchen. Cornelia vermittelt uns eine Adresse von einer Ärztin  und von einer Stiftung, die Leute aus den entlegenen Provinzen aufnehmen, wenn sie zur Therapie nach Quito kommen.

Am Samstag fahren wir mit dem Sohn von Flor nach Quito, um zu zügeln und um unsere Schriften (Visa) in Ordnung zu bringen. Das Prozedere  spielt sich für ecuadorianische Verhältnisse relativ schnell ab. Wir sind ca. 1 Stunde vor Schalteröffnung im Wartsaal, kommen aber nach Schalteröffnung schon nach 30 Minuten an die Reihe.

Wir fahren anschliessend zu Flor um mit ihr eine Ärztin zu konsultieren. Dort werden wir informiert, dass es nahe vom Krebsspital (Solca) ein Haus gibt, wo sie für $ 4 in (Vollpension, Extrakost für Krebskranke) sein können und dass sie betreut werden. Leider stimmen nur zwei Drittel der Informationen – der Preis und die Kost. So muss ständig eine Person bei Flor sein. Da die Geschwister von Flor nicht viel helfen, muss Angel – der Ehemann – bei ihr bleiben. Kostet natürlich auch $ 4 – und was noch fast schlimmer ist, er kann kein Geld verdienen. Wir werden versuchen, die Familie besser zu engagieren, so dass Angel arbeiten gehen kann.

Flor in ihrem früheren Zimmer

Flor in ihrem früheren Zimmer

Am Montag findet die Züglerei statt. Mit unserem kleinen Auto konnten wir alles laden (inkl. Personen), was sie in diesem Heim braucht. Am Dienstag gehen wir noch die Sachen holen, die Angel zum Kochen ausgeliehen hat vom Schwager in Ambato. So um 13.00 Uhr verlassen wir Flor mit den beiden Kindern um im Süden von Quito noch eine ältere Frau von Simiatug und eine Tocher von Rodrigo mit ihrem Töchterchen zuzuladen.  Um 16 Uhr sind wir in Ambato, wo wir noch einkaufen und essen. Simiatug erreichen wir um zirka 20 Uhr.

NB – Exkurs

Auf der Fahrt nach Quito zwischen Ambato und Quito hat es einen Bereich – in der Nähe vom Cotopaxi (einem fast-6000er) – hat es einen ziemlichen Anstieg, wo man mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 80 fahren kann. Einmal oben angelangt, drückt man immer noch im gleichen Stil auf das Gaspedal – ich erreiche so bald einmal 120 km/h , bemerke das und versuche langsamer zu werden. Die Polizei lässt mich noch mehr abbremsen. Ich wurde mit dem Radar erfasst: 116 statt 100. In der Zwischenzeit gibt es Geschwindigkeitsvorschriften: 50 innerorts, 80 ausserorts und 100 auf einzelnen Abschnitten auf ‚Autobahnen‘. Die Polizei verlangt $ 86, die wir auch anstandslos bezahlen. In unserer Naivität verlangen wir keine Quittung. Die Polizisten werden das Geld für Weihnachtseinkäufe gut gebrauchen. Carmen hilft uns dann am Sonntag, eine Denuncia zu schreiben (Anzeige der Polizei). Die Polizei darf nämlich keine Bussen einkassieren – nur Belege mitgeben zum Einzahlen der ausgesprochenen Busse bei der Bank. Mal schauen ob die Denuncia was fruchtet. Ich hinterlege diese am Dienstag früh im Innenministerium in Quito.

Anmeldung Visionäre Ecuador
Das dritte Halbjahr beginnt2012-12-13T00:28:04+00:00

Telefonsturm

AE – Am vergangenen Samstag ( 20. Okt. 2012) fand der Comedy-Abend mit Raban Brunner und Emanuel Amacker sowie ihren Helfern in Grengiols statt. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, mit einem tollen Publikum. Vielen Dank an alle Anwesenden und vor allem an die Akteure auf und hinter der Bühne.

Auch finanziell war der Anlass ein toller Erfolg – Vielen Dank den grosszügigen Spender!

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Que dios le page (Vergelt’s Gott), würden die Ecuadorianer sagen.

Telefonsturm2014-11-13T14:49:04+00:00

Abschlussbericht

Vreny: Soeben haben wir eingecheckt und Zeit einen Rückblick auf die letzten Wochen zu werfen, eine sehr intensive Zeit muss ich sagen. Das Highlight dieser Zeit war wohl mein Geburtstagsfest. Wir waren bei den Schwestern eingeladen, feierten gemeinsam eine längere Messe, in der Padre Sandro so einen kleinen Rückblick auf Voluntarias hielt und wir überlegten, warum man wohl so viel Mühe auf sich nimmt.

Leider konnte Eddy nicht dabei sein, er war mit der kranken Frau seines Freundes unterwegs und kam dann erst etwas verspätet zum Essen. Das Essen war sehr fein, dazu eine kleine Ansprache der Oberschwester und anschliessend führten die Voluntarias einen Tanz mit der einheimischen Bekleidung auf und dann hatten sie noch ein schönes Spiel auf Lager, alles zu Ehren des Geburtstagskindes. Zum Schluss wurden wir noch reich beschenkt, einige Andenken aus Ecuador und eine aus Papier gebastelte und beleuchtete Grotte mit der Muttergottes von Don Bosco. Ich konnte nur staunend sagen: Ich hab nicht gewusst, dass wir für euch alle so wichtig sind!

[nggallery id=31]Dann war der Ausflug nach Baños und Puyo. Anschliessend machte ich mich ans Vorhänge nähen. Im Saal des Pfarrhauses haben sie nämlich immer Probleme mit der Verdunkelung, wenn sie einen Film oder eine Powerpoint-Presentation machen wollen. So war ich dann ein paar Abende am Nähen. Auch haben Padre Sandro oder Eddy immer wieder etwas zu flicken. Dieses Jahr war das alles schon einfacher, weil ich einfach zu den Schwestern gehen konnte, wenn ich eine Maschine, Faden oder Wolle brauchte. Das wusste ich letztes Jahr noch nicht und ich ging ins Nähatelier, wo es dann manchmal keinen Platz hatte und auch viel kälter ist.

Dann fanden noch zwei Werkstätten für Unterhalt und Reinigung statt. Für beide Tage mussten wir die Einkäufe tätigen und dann unterrichten, einmal in Pampa de Allago und das andere Mal in Mindina, wo man neue Häuser fürs Brot backen gebaut hat und Touristen bewirten möchte. Die vorgängigen Gespräche waren recht fruchtbringend! Die Teilnehmer konnten darüber nachsinnen, wie sie auf Touristen reagieren oder worüber sie sich Sorgen machen und ich konnte einbringen, was wir als Touristen erwarten oder wovor wir Angst haben.

Auch wollte ich nochmals meine Blumen pflegen, den Pfarrgarten jäten – zwei Nachmittage – und den Kirchplatz fegen. Für den Platz habe ich eine breite Bürste gekauft, damit das ein wenig schneller geht und diesmal ging es noch schneller, weil drei meiner Schüler zu Hilfe kamen und mir und Padre Sandro zur Hand gingen, natürlich im Hinblick auf ein paar Cents. Einmal halfen sie sogar morgens während ihrer Schulpause, die ist hier, so scheint es uns ein bisschen lang – eine Stunde. Die Schulzeit dauert von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr.

In der letzten Woche hatten wir noch zwei Abschiedsfeste, eines mit den Arbeitern und das andere mit den Schwestern. Für die Arbeiter hiess es Eddy’s Kleider bereitmachen, jeder Arbeiter konnte in der letzten Sitzung eine Nummer ziehen und erhielt dann den Sack mit seiner Nummer: Hose, Jacke, Pullover oder Hemd mit T-Shirt.

Für die Schwestern hatte Eddy eine PowerPoint-Presentation bereit gemacht – aus unserer Heimat und wie wir so leben. Die Stimmung schien jedoch ein wenig bedrückt, im Hinblick auf unseren Abschied. Sicher gönnen uns alle eine Pause, warten jedoch alle auf unser Wieder-Auftauchen. Wir können einfach nur sagen: „So Gott will!“ – sind ja auch nicht mehr die jüngsten.

Schlussendlich wollten wir uns noch von den kranken Frauen verabschieden, was dann ziemlich emotional war, beide verabschiedeten sich unter Tränen, wohl aus Dankbarkeit.

Bis zum letzten Moment war unser Terminkalender voll und wie letztes Jahr wollten es sich die Arbeiter nicht nehmen lassen, sich persönlich nochmals von uns zu verabschieden. Sogar Mütter mit ihren Kindern kamen extra noch auf den Dorfplatz zu einer letzten Umarmung.

Diesmal haben wir Begleitung von Rodrigo und seiner Frau. Sie werden unser Auto nach Simiatug zurück nehmen und in die Garage von Padre Sandro stellen. So haben wir nicht gross Zeit, Heimweh zu haben und auf dem Weg werden schon wieder Pläne geschmiedet, was sich noch ändern sollte!

 

 

 

 

Abschlussbericht2012-06-01T08:59:10+00:00

Krankentransporte

Eddy: Seit längerer Zeit ist die Frau meines Freundes Angel krank. Am Montag fragte ich ihn, wie es seiner Frau ginge. Er sagte mir, sie sei im Spital in Ambato. So beschlossen wir am Dienstag nach Ambato zu gehen und ihr zu helfen. Sie war sehr schwach und konnte fast nicht gehen. Am Dienstag gegen Mittag waren wir in Ambato, durften aber vorerst nicht ins Spital. Dann so um 11.15 Uhr hiess es, sie solle in einen andern Spital, man werde sie weiter untersuchen. Auf dem Bericht, den sie mitbrachte, konnte ich sehen, dass sie Gebärmutterhalskrebs hätte. Wir fuhren mit ihr ins Krebsspital, Richtung Latacunga – ca. 30 Minuten. Bei der Notaufnahme hiess es dann aber, dass ein Arzt sie begleiten müsste und dass wir alle Unterlagen der bisherigen Untersuchungen mitbringen sollten. Wir fuhren also wieder zurück ins erste Spital und sie und ihr Bruder gingen bzw. wollten wieder zu diesem Arzt. Dort hiess es aber, dass der Arzt beim Mittagessen sei. Sie musste also ca. eine Stunde warten, bis der Arzt so gegen 14.00 Uhr kam.

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So warteten wir draussen mehr als eine Stunde und dann kam sie mit dem Bescheid, dass wir am Mittwoch um 07.30 Uhr  im Krebsspital sein sollten. Also gingen wir zum Bruder heim, der in Ambato in einer kellerähnlichen Wohnung mit seiner Familie lebt. Das WC muss übrigens mit andern, die in ähnlichen Behausungen wohnen geteilt werden – Dusche?????

Mein Freund Angel und ich fuhren nach Simiatug zurück, da vor allem seine Kinder nicht wussten, wie es um ihre Mutter steht. Am folgenden Morgen fuhren wir früh los, so dass wir mit der kranken Frau um 07.30 Uhr im besagten Spital sein konnten – Abfahrt 04.45.

Im Spital musste er seine Frau für eine Konsultation anmelden und dafür 5 $ bezahlen. Dann mussten wir eine Stunde warten. Als die Frau an der Reihe war, hiess es, dass man ihr nicht den richtigen Betrag verlangt habe und dass das vor der Konsultation geregelt werden müsste. Also musste der Ehemann wieder zur Kasse und seine Frau für eine andere Konsultation anmelden und dafür neu 40 $ bezahlen. Dann mussten wir erneut eine Stunde warten.

Sie durfte dann (alleine!!) zum Arzt der diverse Untersuchungen vornahm. So nach 20 Minuten kam sie vom Arzt zurück und wir durften nach Hause „verschwinden“. Für diese Untersuchung benötigen die Labors 8 – 10 Tage. Der nächste Termin ist am kommenden Donnerstag um 10.30 Uhr.

Für Mittwoch – Donnerstag war ein Ausflug nach Baños – Puyo mit „el Cielo en la tiera“ geplant. Darum fuhren wir nicht nach Simiatug zurück, sondern brachten die kranke Frau wieder beim Bruder unter.

Angel und ich machten noch einige Einkäufe und stellten dann das Auto an einen sichern Ort für bis Donnerstag abend. Um ca. 18.00 waren dann Padre Sandro, Cornelia und Vreny mit den Arbeitern und ihren Frauen oder Kindern aus Simiatug im Bus in Ambato und nahmen uns mit nach Banos.

Donnerstag in der Früh gingen wir ins Thermalbad von Banos und vergnügten uns 2 Stunden im heissen Wasser des Tungurahua, um anschliessend weiter nach Puyo zu reisen. Dort besichtigten wir den „jardin de los orquideas“ mit einer kleinen Wanderung. Hier sahen wir viele Pflanzen und wunderschöne winzige Orchideen. Der native Wald stellt so etwas wie eine Insel im sonst recht viel bewirtschafteten Gebiet dar. Der Eigentümer hat 1980 mit seinen 7 ha angefangen, wieder die ursprünglichen Pflanzen des  Urwaldes zu pflanzen und zu betreuen und Jahr für Jahr konnte er mehr und mehr Insekten und Tiere beobachten und allmählich so das Gleichgewicht in der Tierwelt wieder entdecken. All das ist in einem kleinen Museum dokumentiert, der Besitzer ist ein richtiger Idealist.

Am Nachmittag wollten wir noch einen „Jardin“ (Park) mit Vögeln anschauen. Die Zeit war aber so weit fortgeschritten, dass wir die Heimreise antreten mussten. Ziel war es, um ca. 20 Uhr in Simiatug zu sein.

Nach 1 – 2 Halten erreichten wir um ca. 19.00 Uhr Ambato, wo ich mit Angel ins Auto umstieg und seine Frau abholte. Anschliessend hiess es zu versuchen, ungefähr gleichzeitig wie der Bus in Simiatug zu sein. Wir schafften das und erreichten um 22.00 Uhr unser „geliebtes“ Simiatug.

Am Freitag fuhr ich mit Padre Sandro in eine Comunidad: Llullimunllu (Schuschimunschu gesprochen). Hier war eine Messe mit einer Taufe angesagt. Gleichzeitig besichtigten wir den Kindergarten, den Padre Sandro finanziert hat und bei dem Paneles solares installiert sind. Die Zufuhr vom Wasser zu den Paneles ist aus einem unerklärbaren Grund abgeschaltet und die Duschen wurden noch nie gebraucht. Die Paneles kosteten um die 3000 $, scheinen aber hier nicht gebraucht zu werden. Padre Sandro wiess die Bevölkerung darauf hin, dass sie die Paneles bzw. Die Duschen in Betrieb nehmen sollen, andernfalls die Paneles an einen andern Ort verlegt würden.

Vorne am Kindergarten stand übrigens geschrieben: finanziert durch MIES – das ist eine staatliche Organisation, die für die Kindergärten verantwortlich ist. Padre Sandro verlangte dringend diese Beschriftung zu ändern in: finanziert durch Padre Sandro.

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Am Samstag fuhr ich mit einem Angestellten vom FEPP nach Santa Teresa um subtropische Pflanzen zu holen, die an einem ähnlich hoch gelegenen andern Ort gepflanzt werden sollten: Mindina. So um zwei Uhr erreichten wir mit unseren Setzlingen Mindina und der Mann wollte mit dem Pflanzen beginnen. Dafür benötigte er die Hilfe vieler Frauen (in Minga). Leider war keine einzige der Frauen anwesend, da sie an einer andern Minga beschäftigt waren. Der Aufruf zu helfen wurde aber relativ schnell umgesetzt und schon bald waren 3 – 4 Frauen da.

Ich verabschiedete mich um eine Diashow für die Arbeiter vorzubereiten, die ich an der Sitzung am Sonntag um 16.00 zeigen wollte. Die Sitzung war kurzfristig vom Samstag auf den Sonntag verschoben worden. Ich hatte also Zeit. Am Sonntag morgen konnte ich daran auch noch arbeiten. Ich wollte den Leuten so zeigen, wie wir in der Schweiz leben. Am Sonntag mittag hatte ich eine Version fertig, musste aber mit Schrecken feststellen, dass die Bilder beim exportieren vom iphoto (Mac) auf den Stick nur noch 300 – 600 KB hatten: das war schlecht für eine Präsentation mit dem Beamer.

Um zwei Uhr war ich mit Padre Sandro in Santo Domingo, wo er jeden letzten Samstag vom Monat eine Messe liest. Als wir um 15.30 Uhr zurück in Simiatug waren, wurde die Sitzung auf Dienstag den 1. Mai verschoben: 16.00 Uhr. So um 15.30 wurde ich von einem Arbeiter geholt für ein Gespräch mit Rodrigo. Ich wusste eigentlich schnell Bescheid, dass es nur um ein Bier ging. Als ich dorthin kam, musste ich feststellen, dass die meisten schon ziemlich betrunken waren. Sie haben bis ungefähr 14.30 gearbeitet und dann ihren Durst zu schnell gestillt. Wir tranken aber noch weiter bis so 19.30 Uhr und gingen dann zu Rodrigo heim, um noch ein wenig mit seiner Frau zu plaudern.

Geplant war für Montag: nach Guaranda in ein Büro für die Versicherung der Arbeiter und am Nachmittag nach Riobama für die Unterschreibung eines Vertrages. Als ich am Montag morgen mit dem Auto zur Werkstatt fuhr, musste ich erfahren:

  1. dass ein Padre, der aus dem gleichen Dorf wie Padre Sandro aus Italien kommt, und in Brasilien gearbeitet hat, ermordet wurde – Padre Sandro war sehr aufgeregt.
  2. dass die Frau von Angel in der Nacht sehr starke Schmerzen gehabt hat und dass man mit ihr nach Ambato fahren sollte.

Wir änderten also den Plan und kamen von Guaranda zurück nach Simiatug, um mit der Frau nach Ambato zu fahren. Als wir zurück nach Simiatug kamen, wollte vor allem die Mutter der Frau nicht, dass wir mit ihr zu einem Arzt nach Ambato fahren. Also war unsere Planänderung für die Katz.

Ich hatte also jetzt Zeit, die Diashow mit Bildern höherer Qualität nochmals zu erstellen. Neu soll aber die Versammlung am Vormittag vom morgigen 1. Mai stattfinden – mal sehen!!!

Na dann schreib ich noch einen Tag dazu. Heute Mittwoch um 09.00 Uhr war die letzte Meldung für die Versammlung. Ich war natürlich pünktlich vor Ort und richtete mich ein. Um 09.30 hiess es um 11.00 Uhr sei die Sitzung. Also wieder ins Zimmer zurück. Um 11.30 Uhr wurde die Sitzung dann doch gestartet. Ich zeigte einige Bilder von unserer Heimat. Anschliessend verlosten wir meine Kleider, die ich aber erst in 10 Tagen abgeben werde. Weiter hatten wir 4 Uhren zu verteilen. Diese wurden ebenfalls durch Losentscheid abgegeben.

Dann hiess es auf einmal Janet die Frau von Mesias müsse unbedingt nach Ambato zum Arzt. Also machten wir heute einen Krankentransport. In der Klink hiess es die Frau habe eine schwere Lungenentzündung und müsse min. 5 – 6 Tage in der Klinik bleiben: Versicherung hat auch diese Frau keine. Kosten pro Tag ca. 150 $ – das ist nicht wenig bei 300 $ Monatssalär des Ehemannes, und Reserve gibt es keine.

Krankentransporte2012-05-02T14:02:05+00:00

Palmsonntag

Vreny: Wir wurden von Rodrigo, dem Vorarbeiter – Vater von fünf studierenden Kindern – nach Ambato eingeladen, um mit seiner Familie einen Ausflug zu machen. Wir fuhren in zwei Autos an einen Ort, wo man fischen und anschliessend die frisch gefangenen Forellen verspeisen kann. Danach wanderten wir noch gemeinsam zu einem Wasserfall und genossen die Wärme in diesem Tal.

Auf dem Rückweg fuhren wir an einer Gärtnerei vorbei und kauften kurz entschlossen viele Blumen ein. Ich war nämlich schon seit längerer Zeit auf der Suche nach Blumen für den Kirchgarten.

Zurück in Simiatug machte ich mich dann auch gleich ans jäten, drei Nachmittage säuberte ich an der Umgebung der Kirche. Am dritten Tag bekam ich dann Hilfe von zwei, drei Arbeitern, die die Gartentore flickten und den Stacheldraht teils neu montierten oder flickten, der Hunde wegen. Einer der Arbeiter half mir dann Löcher aus zu heben und mit Komposterde zu bereichern um die Pflanzen zu setzen.

So war für das grosse Fest, den Palmsonntag, alles bereit. Ein Mitglied der Gemeindebehörde kam sogar, um alles zu bestaunen und Fotos zu machen. Wir hoffen auf Nachahmung, damit mit der Zeit das Dorf verschönert wird.

In der Osterwoche wurde dann von den Arbeitern noch das schöne Holzportal der Kirche geputzt und neu gestrichen. Ich machte mich noch an den Fensterputz der Kirche, was teilweise gar nicht so einfach war – nur mit einer Leiter erreichbar und einzelne noch mit Zement voll gespritzt, was mich schon lang störte.

Padre Sandro war sehr glücklich und dankbar, als alles in neuem Glanz erstrahlte für das kommende Osterfest. Hat natürlich selber auch mit geholfen und gesagt: „Früher hab ich das alles selber gemacht, jetzt mag ich nicht mehr.“ Hab ihn dann getröstet und gesagt: „Deshalb sind wir ja hier, um zu helfen!“

Ostern war dann recht streng für mich. Für Ostersonntag organisierten die Frau von Rodrigo und ich das Essen für die älteren Menschen, das sind jeden Sonntag so zwischen 30 und 60 Personen, je nach Wetter. Sie sollten „Fanesca“ bekommen, das ist so eine dickliche Kürbissuppe mit verschiedenen Böhnchen, Linsen, Maisarten Gemüse und einem speziellen getrockneten Fisch, dazu gekochte Eier und Avocados – sehr nährhaft und gesund. So waren wir dann von 8 Uhr morgens an 6 – 7 Personen am Rüsten und Umherlaufen, sogar Eddy half Bohnen und Erbsen ausmachen.

Am Vortag hab ich in der Bäckerei vier Kuchenbleche voll Ruhmschnitten gebacken, die Bäckerin war wieder mal abwesend, weil sie einen Unfall hatte, und so hatte ich keine Hilfe. Der Kuchen sollte auch noch für den Abend reichen, da ich fürs Osterfest die Schwestern mit den Voluntarinnen ins Pfarrhaus eingeladen hatte – 15 Personen.

Ostermontag machten wir uns dann einen freien Tag und fuhren nach Ambato. Zum Mittagessen verabredeten wir uns mit Dr. Luis Velasco – dem Verbindungsmann der Fundacion „Para los Indigenas del Ecuador“ – und besuchten dann anschliessend auch noch sein neues Team. Alle schienen sehr motiviert und glücklich an ihrer neuen Arbeitsstelle zu sein. Auch trafen wir dort recht viele Indigenas, die uns voller Freude begrüssten, da Dr. Velasco uns als Fundacions – Mitglieder vorstellte. Montags ist in Ambato immer Markt und viele Indigenas Kommen mit ihrer Ware in die Stadt, deshalb ist dann im Büro Hochbetrieb.

 

Palmsonntag2012-04-17T03:19:08+00:00

Ein Ausflug ersetzt eine Woche Ferien

Eddy: Über Ostern wurde nicht gearbeitet. Das heisst aber nicht, dass ich frei hatte. Wir sind immer noch zünftig an der Internetseite (www.simiatug.com). Ich versuche, dies aber an den Randstunden zu machen. Den Schwestern musste ich weitere Türschlösser auswechseln, Lampen reparieren und eine Lampe installieren. Sie hätten noch gerne, wenn ich ihnen eine Tür reparie – vielleicht liegts noch drin?!

Am Montag (Ostermontag) fuhren Vreny und ich nach Ambato um Einkäufe zu tätigen und das Auto zu reparieren: kleine Kratzer in der Carosserie. Am Dienstag war ich wieder mal Chauffeur – beim Bau der Aula brauchten sie Steine für die Fundamente. Gestern Mittwoch war ich den ersten Tag voll in der Schreinerei. Ich habe den Arbeitern in der Schreinerei versprochen, mit ihnen den Umgang mit Maschinen und Werkzeug zu verbessern und etwas mehr Ordnung in die Schreinerei zu bringen.

Der Anfang hat nicht so 100% geklappt – so um 11.00 habe ich mich mit der Bandsäge geschnitten. Die Wunde liess ich im Notfall behandeln. Zum Glück war es aber nicht so schlimm – hat zwar ziemlich geblutet, aber weder Knochen noch Bänder verletzt.

Heute Donnerstag fuhren wir um 04.30 Uhr los: Padre José-Luis, Volontario Angel, drei Schwestern und 3 Volontarias. In zwei Autos fuhren wir los um um 06.00 Uhr im „Agua caliente“ oberhalb von El Salado zu baden. Nach dem Aufwärmen erhielten wir ein Frühstück von den Schwestern.

Dann ging die Fahrt weiter über El Arenal zu den Refugios am Chimborazo. Auf der Fahrt sahen wir viele Vicunas. Wunderschöne Tierchen – sehr ähnlich unseren Rehen. Vom Refugio 1 (auf einer Höhe von 4800 m) stiegen wir hoch zum Refugio 2. Bei diesem  steht zwar geschrieben: Höhe 5000 m. Es fehlen aber eigentlich ca 20 m – diese sind wir dann weiter nach oben gelaufen. Die Volontarios sahen zum ersten Mal Schnee und benahmen sich auch entsprechend: fast wie kleine Kinder im Schnee.

Wir hatten ernormes Glück. Bis zum Abstieg war das Wetter super. Wir konnten ständig den Gipfel sehen und es war kein Wind. Leider war weiter unten ein Nebelband, dass wir die Landschaft zu wenig beobachten konnten. Der Aufstieg zum Refugio 2 dauerte für uns ca. eine Stunde. Auf dieser Höhe macht man 200 m nicht so schnell. Nach dem Abstieg zum Refugio 1 wurden wir ein weiteres Mal von den Schwestern überrascht. Wir erhielten gebratene Gummiadlerbeine und Reis. Im Refugio, wo wir das Essen zu uns nahmen, bestellten wir Cocablättertee, der mit Rotwein aufgebessert wurde.

Auf der Heimfahrt bezahlten wir noch den Eintritt für das Thermalbad von je 50 Centavos. Diesen konnten wir am Morgen nicht bezahlen, da alle im Wasser waren, als ein Mann zum Einkassieren kam. Bei unserer Wegfahrt konnten wir ihn nicht finden.

Um 14.30 Uhr waren wir wieder in Simiatug – ein strenger aber super schöner Tag ging mehr oder weniger zu Ende.

Ein Ausflug ersetzt eine Woche Ferien2012-04-16T02:53:55+00:00

Interview in www.1815.ch

Seit wann sind Sie und Ihre Frau in Ecuador?
Wir sind seit Ende November 2011 hier in Ecuador. Genau genommen sind wir das dritte Mal hier. Das erste Mal im Herbst 2009 besuchten wir Ecuador mit dem Stiftungsratspräsidenten von “Para los Indígenas del Ecuador” um uns einen Ort aussuchen zu können für unsere spätere Tätigkeit als Volontäre.
Der Präsident der Stiftung reist jedes Jahr 2 Mal für ca. 4 Wochen nach Ecuador, um sich vor Ort über den Stand der Projekte informieren zu lassen. Im Herbst 2010 reisten wir wieder mit Padre Arnold nach Ecuador und machten erneut eine Rundreise mit ihm, d.h. Flug in den Urwald mit einer Temperatur von 40 Grad und dann in die Sierra mit einer Temperatur von ca. 12 Grad. Anschliessend versuchten wir in Cuenca im Süden von Ecuador unser Spanisch zu verbessern. An Weihnachten reisten wir dann an unseren ausgewählten Standort in den Bergen, in der Sierra: Simiatug, wo wir bis Mitte Mai arbeiteten.
Wie lange werden Sie bleiben?
Falls nichts Aussergewöhnliches passiert, kehren wir nach knapp einem halben Jahr, wie letztes Mal Mitte Mai, in die Schweiz zurück.
Warum sind Sie nach Ecuador gegangen?
Schon in jungen Jahren wollte ich ins Ausland um ärmeren Menschen zu helfen. Damals liess sich das nicht realisieren, da ich meine Studien grösstenteils selber finanzieren musste, das hiess in den Ferien jeweils arbeiten. Nach dem Studium liess es sich auch nicht einrichten.
Eigentlich ist alles ein wenig Zufall. Seit ungefähr 10 Jahren befasste ich mich eingehender mit einem solchen Vorhaben. Nachdem ich nach einer Spende an die erwähnte Stiftung Einsicht in ihre Abrechnung bekam, sah ich, dass diese jährlich CHF 10’000 – 15’000 für die Webseite ausgaben. Deshalb schlug ich der Stiftung vor, diese kostenlos zu betreuen. Innert zehn Tagen bekam ich Besuch des Präsidenten und so kam der Stein ins Rollen.
Ungefähr seit acht Jahren betreue ich nun die Webseite der Stiftung “Para los Indígenas del Ecuador” (www.ecuadorindios.ch). Ich kannte Ecuador also vor allem aus der Lektüre der Nachrichten (Noticias) dieser Stiftung.
Zudem spricht man in Ecuador spanisch und das schien mir um einiges leichter zu erlernen, als eine afrikanische oder auch östliche Sprache.
Was erhoffen Sie sich vom Aufenthalt?
Mir und auch meiner Frau war schon vorher klar, dass unsere Arbeit in einem ärmeren Land nur ein Tropfen auf einen heissen Stein sein würde. Trotzdem entschlossen wir uns ein solches Abenteuer in unserem Alter noch anzugehen.
Die erste Zeit war recht hart, weil wir uns ja zuerst ein wenig einleben mussten. Zudem war es ein gegenseitiges Abtasten, wofür man geeignet ist und wo man was man einbringen kann. Da wir jedoch beide recht vielseitig sind, war es nicht so schwer, Arbeit für uns zu finden.
Wir sind zufrieden, wenn wir einigen Leuten helfen können, ihr Leben zu verbessern. Vor allem setzen wir uns für die Jugend ein. So haben wir letztes Jahr zusammen mit unserer Familie, vielen Freunden und Bekannten aus dem Oberwallis einen Kindergarten finanziert. Dieser Kindergarten besteht aus Küche, Esszimmer, Aula, Duschen und WC. Duschen wurden vor allem darum integriert, weil praktisch keine Familie eine Dusche hat. So können sich wenigstens die Kinder einmal in der Woche richtig waschen.
Sind Ihre Erwartungen bisher erfüllt worden?
Da wir wussten, dass unsere Arbeit nichts Grosses bewirken kann, dürfen wir eigentlich sagen, dass unsere Erwartungen mehr als erfüllt wurden. Wie erwähnt, haben wir Geld gesammelt, um einen Kindergarten finanzieren zu können – in diesem Fall wurden unsere Erwartungen sogar voll übertroffen. Ursprünglich wollten wir einen Kindergarten mit Kosten von um die CHF 10’000 finanzieren. Da die Spenden aber relativ reichlich flossen, entschieden wir uns, ein etwas grösseres Projekt zu finanzieren (CHF 30-35’000). An dieser Stelle auch ein herzliches “Que dios le page” (Vergelt’s Gott) allen, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben.
Was unsere Arbeit betrifft, können wir mit Stolz sagen, dass wir schon recht viel bewirkt haben und dass wir hier sehr willkommen sind und unsere Arbeit sehr geschätzt wird.
Wem sind Sie in Ecuador zuerst begegnet?
Auf den Rundreisen mit dem Präsidenten des Stiftungsrates durch die Projektgebiete lernten wir viele Leute kennen, die sehr offen und hilfsbereit waren. In Quito half uns eine Frau Carmen Ochoa, mit der wir inzwischen sehr gut befreundet sind,  bei der Erledigung des Papierkrieges für den Aufenthalt. Dabei konnten wir auch ein kleines Erlebnis machen, wie man versucht die Korruption im Land zu reduzieren. Alle Gebühren und Taxen müssen bei der Bank einbezahlt werden und man muss mit dem Zahlungsbeleg im jeweiligen Büro erscheinen, so dass der Angestellte kein Bargeld in die Hände bekommt. Was zur Folge hat, dass man mit dem Taxi einen ganzen Tag lang von einem Büro ins andere fährt, um zu seinen Schriften zu kommen.
Wie und wo wohnen Sie?
Wir sind in der Sierra, genauer gesagt in der Provinz Bolívar ganz in der Nähe des höchsten Berges von Ecuador, dem Chimborazo 6310 m ü. M. Im Dorf Simiatug, wo wir wohnen, leben ungefähr 2’000 Einwohner. In der gesamten Gemeinde, die einer Grösse vom Goms und Östlich-Raron zusammen entspricht, leben ca. 20’000 Einwohner. Das Dorf liegt auf 3’200 m über Meer – also etwa auf der Höhe des Wasenhorns. Wir wohnen hier in der “Suite” von einem Hotelgebäude. Die Wohnung besteht aus vier Zimmern, einem Aufenthaltsraum und einer Küche, praktisch ohne Inventar. Davon beanspruchen wir ungefähr die Hälfte – die andere Hälfte wäre günstig zu haben, wenn jemand uns besuchen möchte 😉 .
Wie ist das Wetter momentan?
Man unterscheidet Winter und Sommer. Der Winter ist viel feuchter als der Sommer – dieses Jahr war es speziell feucht und neblig. Seit rund einer Woche aber ist es eher trocken und damit auch etwas wärmer. Leider hat es bei schönem Wetter immer viel Wind – und der bläst stärker als im Wallis, im Sommer, so wird gesagt, orkanartig. Die Temperatur in den Häusern beträgt meist zwischen 12 – 14 Grad, Heizungen gibt es praktisch keine, gekocht wird mit Gas. Diese tiefe Temperatur war am Anfang für uns fast das Schlimmste. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt.
Welche Verkehrsmittel benutzen Sie?
Wir haben uns ein kleines Auto gekauft. Mit dem fahren wir ab und zu ein wenig in der Gegend herum. Manchmal besuchen wir mit den Padres einen Weiler dieser grossen Gemeinde. Am Sonntag fahren wir ab und zu in die Stadt, um grössere Einkäufe zu machen. Auf einer Naturstrasse geht’s zuerst bergauf bis auf 4’100 m ü.M. und auf der anderen Seite wieder hinunter, nur der letzte Teil gegen die Stadt Ambato ist asphaltiert.
Der Ort ist relativ gut mit Bussen erschlossen. Diese haben wir aber noch nicht benutzt – das ist uns zu gefährlich. In der Winterzeit mit den vielen Niederschlägen und dem vielen Schlamm fährt es sich manchmal fast wie auf Schnee, das Gelände ist steil und Leitplanken gibt es keine.
Was unterscheidet die Leute in Ecuador von den Wallisern?
Ich denke sie unterscheiden sich wenig von den Wallisern, vor allem wenn ich so 50 Jahre zurück denke. Viele Bauern in der Gegend lassen sich nicht gerne auf etwas Neues ein. Sie machen fast alles am liebsten so, wie sie es gewohnt sind. Das führt auch dazu, dass sich die Gegend nicht so richtig weiter entwickelt. Sie gehört zu den ärmsten von ganz Ecuador.
Haben Sie und Ihre Frau manchmal Heimweh?
Ich denke wir würden lügen, wenn wir nein sagen würden. Dieses Jahr haben uns beide Töchter für ca. zwei Wochen besucht. Nachher war das Heimweh jeweils am grössten. Die Zeit vergeht aber sehr schnell und Arbeit hat es weiss Gott genug, so dass gar wenig Zeit zum Nachdenken bleibt. Nun sind es ja nur noch ungefähr 2 Monate bis zu unserer Heimkehr.
Was vermissen Sie am meisten aus der Schweiz?
Beim ersten Aufenthalt hat uns unser feines Brot am meisten gefehlt. Inzwischen aber hat meine Frau herausgefunden, wie man das für uns ideale Brot mit dem hiesigen Getreide backen kann.
Dieses Jahr fehlt uns vor allem der Schnee und das Ski fahren, ein gutes Fondue oder mal ein Raclette und natürlich unsere Familie und unsere Freunde – ja es liesse sich noch einiges aufzählen.
Was sollten dir Besucher aus der Schweiz unbedingt mitbringen?
Für mich, ehrlich gesagt höchstens ein Stück Trockenfleisch, sonst finden wir uns gut zurecht.  Leute, die hier für längere Zeit leben möchten, müssten vor allem Geduld mitbringen. Fehlt es hier doch an vielem, mal hat es keinen Strom, mal kein Wasser, mal kein Gas, mal kein Internet und was uns Schweizer am meisten trifft, keine Pünktlichkeit. Abmachungen, Versammlungen usw. können sich um Stunden verzögern, die ecuadorianische Uhr tickt ein wenig anders als unsere.
Welches Essen in Ecuador mögen Sie (nicht)?
Ecuador hat ein sehr reichhaltiges Angebot an Früchten und Getreide. Die einheimischen essen dreimal am Tag Reis und Kartoffel. Kartoffel können zweimal im Jahr geerntet werden und der Reis kommt von der Küste.
Cuyes (Meerschweinchen) ist eine Spezialität – hier das teuerste Fleisch, das nur an speziellen Anlässen gekocht wird – das schmeckt uns beiden sehr gut.
Bei einem Essen mit einer einheimischen Familie gibt es ein süsses Getreidegetränk – das kann ich beim besten Willen nicht trinken …
Wir essen meistens im Pfarrhaus bei den Salesianer-Padres, einer ist aus Italien und der andere aus Spanien. Meine Frau arbeitet vormittags meist im Pfarrhaus und so essen wir auch oft europäisch, was vor allem ich sehr zu schätzen weiss.
Gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten in Ihrer Nähe?
Die wichtigsten Sachen kann man im Dorf kaufen, sind aber teurer als in der Stadt, und einmal in der Woche kommen die Marktleute aus der Stadt. Dann kaufen wir tüchtig Früchte und Gemüse ein.
Einmal wöchentlich fahre ich, meist zusammen mit einem Einheimischen, der für ungefähr 15 Arbeiter verantwortlich ist, in die Stadt – Fahrzeit 2 Stunden. Alles, was auf dem Bau benötigt wird, muss in der Stadt eingekauft werden. Oft fahren wir mit dem Lastwagen – dann wird es ein sehr langer Tag, da wir erst abends zwischen 21.00 und 22.00 Uhr zurückkehren.
Ist das Leben in Ecuador gefährlich?
Eigentlich ist es nicht gefährlich, abgesehen vom Strassenverkehr. Überholt wird sehr oft auch in unübersichtlichen Kurven und auf dem Lande fahren viele noch ohne Fahrausweis.
Ansonsten ist es auf dem Lande aber eher ungefährlich. Man darf aber seine Sachen nicht aus den Augen lassen, was umherliegt, wird mitgenommen.
In der Stadt ist vor allem Diebstahl ein Problem – nach einem Fasnachts-Umzug wurde auch ich beraubt. Solange man aber nicht mit Waffen oder sonstwie bedroht wird, ist das nicht so schlimm.
Ecuador sagt man, ist nach Argentinien eigentlich eines der sichersten Länder Südamerikas.
Kommen Sie gerne in die Schweiz zurück?
Ja und nein – ja, weil wir sicher wieder mal gerne die Verwandten und Bekannten treffen möchten. – Nein, weil wir auch hier unsere Freunde haben und man uns jetzt schon drängt,  wieder zurück zu kehren. Viele sind ehrlich froh, dass wir hier sind und dass wir ihnen helfen.
Stichwort Spenden: Was können Sie mir darüber erzählen? Wofür wird gesammelt? Welche Ergebnisse wurden mit Spenden bereits erzielt?
Wie oben schon erwähnt haben wir letztes Jahr für einen Kindergarten gesammelt. Wir hatten viele Spender, von denen man eigentlich einige speziell erwähnen muss. Von einer Schulklasse von Eischoll, die zweimal “Divertimento” aufführten, in Eischoll und in Grengiols, konnten wir ungefähr CHF 10’000 in Empfang nehmen. Ebenfalls einen ansehnlichen Betrag erwirtschaftete die Sekundarschule von Mörel am Weihnachtsmarkt in Mörel – der Suppentag in Binn war auch zu unsern Gunsten – zudem gab es viele grössere und kleinere private Spenden – Muchas Gracias a todos!
Wir sammeln weiter: für eine Bibliothek, für weitere Kindergärten, für den Unterhalt von bestehenden Gebäuden usw.

Spendenkonto: Raiffeisenbank Belalp-Simplon; 3904 Naters
Konto: Ecuavision; IBAN: CH45 8053 2000 0060 7559 4

Verraten Sie unseren Lesern noch etwas über die Biografie von Ihnen und Ihrer Frau (Wohnort im Wallis, ehemaliger Beruf etc.)?
Ich bin Grengjer und wohne in Naters. Nach dem Studium unterrichtete ich 10-12 Jahr an der kaufmännischen Berufsschule in Brig. Nachher war ich  Dozent für Rechnungswesen an der Fachhochschule in Siders. Seit ungefähr 2 Jahren bin ich pensioniert und lebe eine Hälfte des Jahres im Wallis und die andere Hälfte in Ecuador und helfe der Bevölkerung bei ihrer Alltagsarbeit:
Reparaturen und Installationen jeglicher Art, Chauffeur, Einkauf diverser Baumaterialien und Webmaster…..
Vreny kommt aus Niederwald ist aber auch halbe Grengjerin, sie  ist Primarlehrerin und Katechetin und kocht von Herzen gern. Sie unterrichtet in verschiedenen Gemeinden, kocht und putzt im Pfarrhaus und versucht mit Werkstätten die Qualität des Essens zu verbessern, indem sie den Indígenas Frauen zeigt, wie sie mehr Abwechslung in die Küche bringen können.

Hätten Sie eventuell auch ein Foto von sich und Ihrer Frau? Darf ich auch einige Bilder aus Ihrem Blog zur Bebilderung verwenden?
Aus dem Blog dürfen sie alles nehmen  – kein Problem
die bessere Adresse ist: www.ecuavision.ch (wenn’s geht auch veröffentlichen –  danke)

Interview in www.1815.ch2012-04-02T03:36:41+00:00

Reparaturen und Werkstätten

Eddy: Könnte fast sagen 2 Wochen wie immer – voller Abwechslung, voller Über-raschungen und viel Arbeit. Ich hatte wieder mal was Neues zu tun: erstmals konnte er sich als Elektriker in Szene setzen. In der Comunidad Mindina wurde ein Touristenhaus gebaut, das kurz vor der Vollendung ist. In den letzten zwei Wochen wurden die Elektroinstallationen gemacht: Kabel, Steckdosen, Schalter und Sicherungskasten. Alles wird von „El cielo en la tierra“ gemacht, bis auf den Anschluss ans Netz. Momentan ist das Netz 110 Volt. Die Installation ist aber so, dass später einmal auf 220 Volt gewechselt werden kann. Dies ist zur Zeit nicht möglich, da es dafür einen Trafo braucht und diesen will oder kann niemand bezahlen.

In der ersten Woche schien mir die Arbeit der Frauen gut zu sein – in der zweiten er-schien aber niemand; sie müssen ja Minga leisten – „Gmeiwärch“. Die einzige Leistung, die erbracht wurde, war das Mittagessen – Indigena-Suppe mit Poulet und dann Reis mit etwas dazu (z. B. ein Spiegelei, Bohnen oder …). Die Suppe ist nicht schlecht – der Rest 😉

Zudem war ich jede Woche mindestens einmal bei den „hermanas“ (Salesianer-Kloster-Frauen) für Reparaturen: Türschlösser, Wasserschäden, Strom….. Sie sind glücklich und unendlich dankbar für jede Reparatur und dafür, dass endlich jemand Zeit für dies alles hat.

Der einzige, der die Reparaturen erledigen könnte, ist der Vorarbeiter Rodrigo und der kann einfach nicht überall sein!

Im Hostal, wo wir wohnen, habe ich im letzten Jahr – glaube im Mai – ein elektrisches Türschloss installiert. Bei dem funktionierte bisher nur die Gegensprechanlage. Ich habe in den letzten Tagen den Rest installiert und nun kann man die Haupteingangstür von der Küche oder vom Büro aus öffnen. Dies ist vor allem in der Nacht ein grosser Vorteil.

Vreny: Im Moment bringe ich das Pfarrhaus ein wenig in Schwung, vor allem nach aussen – Fenster putzen – glaube kaum, dass die schon mal einen Putzlappen gesehen haben. Fensterputz ist hier auf dem Lande nicht üblich.

Am 16. März feierten Padre Sandro und Cornelia Geburtstag. So kochte ich am Nachmittag im Pfarrhaus für 15 Personen und stand somit fast den ganzen Tag in der Küche. Habe Glace gemacht – haben wir hier keines – leckere Brownies gebacken, einen feinen Braten mit Kartoffelstock und dem hier üblichen weissen Reis gekocht, dazu Salat. Erster Gang ist hier immer eine warme Suppe zum Aufwärmen, kochte eine grüne Suppe – mit der grünen Banane! Padre José-Luis half fest mit, deckte den Tisch und verzierte mit Luftballonen den Raum, der neue Voluntario Miguel-Angel dekorierte den Tisch mit selbstgebastelten Blumen und so staunte der Padre nicht schlecht, als er später ins Haus kam. Machte sich dann auch hübsch und zog die neue Jacke an – Antons Jacke – an der ich den Kragen abgeändert habe, siehe Foto. Kurzum, hat sich sehr gefreut über das kleine Fest, ihm und Cornelia zu ehren. Bedankte sich dann auch am andern Tag noch zweimal bei mir für’s Organisieren.

Dann geht’s mal wieder in die Schule, oder zur Nachhilfestunde, oder mal wieder in die Bäckerei und an den Wochenenden wieder mal eine Werkstatt für’s Kochen – Materialbeschaffung usw. und so vergeht die Zeit wie im Flug. Denke schon jetzt, dass wir nicht alles erledigen können, was wir gerne erledigt hätten.

  • Exkurs: Jede Provinz ist in Kantone eingeteilt, die Kantone ihrerseits in Paroquias. Die Kantone entsprechen in etwa den Bezirken bei uns und die Paroquia ist die Gemeinde. Die Gemeinden wiederum bestehen aus vielen Comunidades. Diese würde bei uns so etwas wie Weiler sein. Die Organisation innerhalb der Comunidad entspricht aber fast dem des Gemeinderates bei uns auf ihrem Territorium. Der Gemeinderat (Junta paroquial) ist aber das offizielle Organ der Gemeinde und ist somit für alle Comunidades verantwortlich. Leider ist die Junta paroquial in Simiatug nichts wert. Die bringen es nicht fertig, mindestens das Dorf einigermassen sauber zu halten. Neustens liegen an vielen Orten im Dorf sogar Babywindeln (Pampers).
Reparaturen und Werkstätten2012-03-30T15:35:42+00:00

Kindergarten Santo Domingo – was nun?

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass wir von der Grosszügigkeit vieler Freunde und Bekannten überrascht wurden. Dank deren grosszügigen Hilfe konnten wir einen [singlepic id=680 w=320 h=240 float=left]Kindergarten mit Küche und Essraum finanzieren, der über CHF 30’000 kostet.
Seit Ende November 2011 sind wir wieder hier in Simiatug – Ecuador. Wie letztes Jahr setzen wir uns vor allem für die Kinder und Jugendlichen ein.
Der Kindergarten wird in den nächsten Wochen fertiggestellt. Momentan werden die Elektro- und Sanitärinstallationen ausgeführt und die Türen und Fenster montiert. In [singlepic id=681 w=320 h=240 float=right]einigen Wochen soll der Kindergarten dann mit einem kleinen Fest von uns eröffnet werden.
Das Sammeln von Geld geht aber weiter. An vielen Orten könnten noch Kindergärten gebaut werden. Wir werden dort helfen, wo es am Nötigsten ist. Je nachdem wird ein ganzer Kindergarten oder nur ein Teil davon finanziert.
Zudem helfen wir bei Gebäudereparaturen und zeigen der Bevölkerung mit Werkstätten, [singlepic id=682 w=320 h=240 float=left]wie sie die Gebäude richtig unterhalten sollten.
Auch diesmal hoffen wir auf deine Grosszügigkeit und danken schon im Voraus recht herzlich.

Que dios le page – Vergelts Gott!!

Wir wünschen schon jetzt frohe Ostern – Felices Pascuas 

Bank: Raiffeisenbank Belalp-Simplon; 3904 Naters
Konto: Ecuavision, IBAN: CH45 8053 2000 0060 7559 4

Besuche die Spendenseite hier


 

Kindergarten Santo Domingo – was nun?2012-03-13T02:15:34+00:00

von Neuem Besuch: Julia und Tobias

AE – Die Tage mit Saskia und Lukas vergingen sehr schnell. An den folgenden Tagen dachten wir etwas mehr an die Schweiz und die tollen Schneeverhältnisse dort. Wir konnten uns aber trösten mit dem baldigen Besuch von Julia und Tobias, sonst wäre doch wieder vermehrt das Heimweh aufgekommen.

Wir stürzten uns wieder an die Arbeit. Ich musste am Montag Material liefern nach Santo Domingo. Im Planen sind die Arbeiter meistens nicht so geübt. Sie merken meist erst am Vortag, dass sie für den folgenden Tag nicht das nötige Material haben. Bei der Bestellung fehlt dann sehr häufig noch was, so dass vielleicht am gleichen Tag zweimal geliefert werden muss.

Am Dienstag waren die Padres nicht in Simiatug und darum gingen Vreny und ich nach Ambato einkaufen. Der ältere Sohn von Rodrigo begleitete uns. Wir kauften ein Rechaud mit Induktionsplatte. Wir brachten zudem zwei Elektrogeräte der Schwestern in eine Elektrowerkstatt zur Reparatur. Am Abend fuhren wir über El Arenal nach Simiatug und konnten so die mitgeführten Plättli in Santo Domingo abliefern.

Am Mittwoch gingen Rodrigo und ich mal wieder nach Ambato. Wir kauften noch einige Quadratmeter Plättli, da wir uns entschlossen, in der Dusche und im WC die Wände bis ganz oben zu plättlen. Zudem kauften wir die Lavabos und die Klosets.

Am Samstag wollte ich mit Padre Sandro nach Santo Domingo. Ich musste aber den Plan kurzfristig ändern, da Juan, der Computer- Betreuer in Riobama war und die Volontärin in Quito. Die Aula Virtual sollte aber für Schulung offen sein. Also sprang ich ein und war für einen Tag Chef der Informatik in Simiatug. Der Unterricht sollte von 09.00 bis 17.00 Uhr dauern. Um ca. 12.45 Uhr fragte ich den Professor, wann er die Mittagspause zu machen gedenke. Er hörte um 13.00 Uhr auf und wollte um 14.00 Uhr wieder kommen. Ich wartete ab 13.45 bis 14.15 Uhr, bis man mir mitteilte, dass Nachmittag kein Unterricht mehr sei. Die Stundenpläne sind ziemlich flexibel in diesen Kursen. Also hatte ich Feierabend.

In der folgenden Woche lief nichts Spezielles. Am Donnerstag war Mariana, die Frau von Rodrigo, krank. Ich fuhr mit Rodrigo und ihr nach Ambato ins Spital. Sie hatte eine Lungenentzündung, wegen dem feucht-kalten Wetter und dem Durchzug, in dem sie viel arbeitet, in ihrem Restaurant.

[singlepic id=581 w=320 h=240 float=left]Am Sonntag fuhren wir nach Quito, um Julia und Tobias abzuholen. Auf dem Weg besuchten wir Mariana, die sich schon ziemlich gut erholt hatte. Pünktlich um 4 Uhr landeten Julia und Tobias. Wir fuhren mit Ihnen in die Villa Esperanza, wo wir übernacheten.

[singlepic id=657 w=320 h=240 float=right]Am Montag besichtigten wir ein wenig die Stadt – fuhren auch hinauf zur Virgen; dort hat man eine relativ gute Aussicht über die Stadt. Am Dienstag fuhren wir nach Otovalo, in den Norden, wo wir diverse Artesanias kauften. Weiter ging es bis nach Ibarra, wo wir übernachteten. Am nächsten Tag ging es nach Cotacachi. Wir fuhren zur Laguna Cuicocha, einem Kratersee, der aktiv ist. Das Wasser ist ohne Lebewesen, hat eine Temperatur  von 16 Grad und  sprudelt . Am Donnerstag machten wir einen zweistündigen Ausflug hoch zu Ross, was uns allen sehr gut gefiel. Danach fuhren wir nach Simiatug.

[singlepic id=674 w=320 h=240 float=left]Für den Freitag waren wir von den Padres nach Guaico eingeladen, ein Walfahrtsort – ein Hirtenmädchen hatte dort eine Erscheinung und wurde geheilt. Für Julia war es vor allem interessant, da sie ein wenig Einblick in die Arbeit der Padres erhielt. Die Messe war für meinen Geschmack aber ziemlich lang – ca. 60 Min – die Fürbitten werden meisten frei gesprochen und auch die Predigt war ein Gemeinschaftswerk.

[singlepic id=595 w=320 h=240 float=left]Am Samstag fuhr ich mit Julia und Tobias nach Santo Domingo (Kindergarten) und anschliessend nach Quialo (Schulhaus). In Quialo lief voll die Fasnacht – und so kamen Julia und Tobias voll in den Genuss, die einheimische Bevölkerung und ihre Bräuche kennen zu lernen. Wir durften schon wieder aufs Pferd um mit einem Kugelschreiber Nastücher von einem gespannten Seil zu holen. Dabei mussten wir mit dem Kuli durch eine kleine Öse fahren. Man wollte es uns nicht allzu schwer [singlepic id=612 w=320 h=240 float=right]machen und hielt unter dem Seil praktisch an. Anschliessend war Tanzen angesagt und wie es sich gehört Trinken von Canelazo. Wir kamen fast zu spät zum Mittagessen.  Am Nachmittag war um 14.00 Uhr Messe in Playapamba. Dort konnten wir die schöne Kirchenmalerei von Cornelia bewundern, an dieser Kirche hat sie zwei Jahre lang gemalt – viele schöne Bibelszenen.

[singlepic id=608 w=320 h=240 float=left]Am Sonntag waren wir bei Mesias, einem Arbeiter des Padre, zu Cuy eingeladen. So konnten Julia und Tobias eine Indigenas-Behausung kennen lernen. Anschliessend war Stierkampf mit Fasnacht. Das durften wir natürlich nicht verpassen. Zum Glück verletzte sich keiner der zum Teil stark besoffenen Toreros. Es fing dann zu regnen an und so kehrten wir früher nach Simiatug zurück.

Montag fuhren wir gemeinsam nach Quisapincha – hier hat es billige Lederwaren. Am Abend schauten wir miteinander den Umzug ‚Flores y Frutas‘. Der Umzug war sehr schön, leider aber nicht was danach folgte – ich habe keine Videocamera mehr. Ich wurde ausgeraubt – Julia hatte grosses Glück, weil sie eine schwere Kamera und eine tiefe Tasche hatte.

[singlepic id=644 w=320 h=240 float=left]Dienstag in der Früh fuhren wir via Baños nach Puyo. Unterwegs besichtigen wir noch die Cascada del Diabolo. In Puyo wollten wir den Parque de orchídeas besichtigen, aber es regnete zu stark. Also gingen wir ins Hotel zurück und machten eine Hidromassage, Sauna und Dampfbad.

[singlepic id=648 w=320 h=240 float=right]Nach Quito fuhren wir über Tena, wo Vreny, Julia und Töbi die Insel – Planzen und Tiere besichtigten. Ich bewachte das Auto, bzw. das was drauf war (Gepäck).

Donnerstag war der letzte Tag um Quito zu erkunden – das Centro historico lernten wir besser kennen. Am Freitag waren die letzten Vorbereitungen für die Rückreise in die [singlepic id=586 w=320 h=240 float=left]Schweiz bzw. die Fahrt nach Simiatug angesagt.

[singlepic id=672 w=320 h=240 float=left]Am Samstag wurde mit ecuadorianischer Organisation der erste Teil des Films „Don Bosco“ gezeigt.  Ecuadorianisch darum, weil der Film um 16.00 Uhr gezeigt werden sollte. Ich als Operador wurde aber erst 15.45 informiert. Bis alles klappte mit den Lautsprechern usw. war es 16.40 – dann konnte es losgehen.

Wieder Alltag in Simiatug:  Arbeit in der Schreinerei, Einkauf in Ambato, Reparatur des Autos (Auswechseln der Stossdämpfer) in Ambato – bei den Strassen in Ecuador sind diese etwas schneller auszuwechseln, als in der Schweiz.

[singlepic id=675 w=320 h=240 float=left]Vreny arbeitet wie immer im Convento, in der Bäckerei, in der Schule und am Samstag hatte sie eine Werkstatt mit Frauen. Sie lernte diese Konfitüre herstellen: von  Brombeeren, Claudias (gälbi Frümä) und Ananas.

Am Samstag nachmittag um vier Uhr sahen wir den zweiten Teil des Films von „Don Bosco“, und Vreny serviert eine reichhaltige Suppe. Der Film spielte in den Jahren 1815 bis 1880 und zeigte mir recht gut wie weit die Baukunst in Italien schon war – ich darf fast nicht daran denken wie heute in Simiatug gebaut wird.

von Neuem Besuch: Julia und Tobias2012-03-06T02:46:33+00:00

Saskia und Lukas auf Besuch

AE – Die kleine Lücke von ‚Drei Königen‘ bis am 15. Januar lassen wir unkommentiert. Nicht das es nichts zu berichten gäbe, aber ich habe diese Woche nicht in der Disco duro gespeichert.

Am 15. Januar holten wir Saskia und Lukas auf dem Flughafen von Quito ab. Sie kamen von Havanna via Panama. Wir fuhren mit ihnen zur Villa Esperanza, wo wir für 2 – 3 Nächte logierten.

[singlepic id=540 w=320 h=240 float=right]Ich hatte schon seit 3 – 4 Tagen nach dem Essen Magen/Bauchschmerzen, je nachdem was ich gegessen hatte. Am 16. am Nachmittag erwischte es mich wieder und ich legte mich hin, während die andern die Altstadt von Quito besichtigten. Am Abend gingen wir miteinander essen. Ich meldete mich beim Arzt für den folgenden Tag an.

Am Dienstag suchten wir miteinander Cumbaya bzw. dort meinen Arzt. Er und ein Assistenzarzt untersuchten mich – konnten aber nicht richtig sagen was es war. Ich musste noch das Labor machen. Der Arzt verordnete mir eine Teediät für 24 Stunden. [singlepic id=544 w=320 h=240 float=left]Diese konnte ich leider nicht ganz einhalten, da wir am Abend in einem sehr guten Restaurant essen gingen. Der auserlesene Wein war nicht nur gut, sondern auch sehr teuer. Der Wein allein sollte 110 $ kosten. Am folgenden Tag brachte ich noch die verlangten ‚Abfälle‘ ins Labor. Anschliessend fuhren wir via Mitad del Mundo Richtung Küste. Wir verbrachten die Nacht in Pedernales und fuhren am Donnerstag Richtung Crucita. Dies ist ein kleines Fischerdörfchen, das wir vom letzten Jahr schon kennen. [singlepic id=549 w=320 h=240 float=right]Auf der Fahrt dorthin besichtigen wir eine Anlage (Punta Prieta) am Strand, jedoch ca. 80 m über dem Wasserspiegel. Eine wunderschöne Anlage, aber nicht gerade billig – für hiesige Verhältnisse. Der normale Preis pro Person, pro Nacht, ohne Essen $ 45 (die Suite $ 110). Wäre für 1 – 2 Tage aber durchaus lohnenswert.

[singlepic id=575 w=320 h=240 float=left]Am Abend in Crucita testen wir die Temperatur des Meerwassers.  Es hatte ziemlich Wellen, aber das Wasser war herrlich warm. Nach dem Duschen bekamen wir Fisch zum Essen und gingen anschliessend schlafen in dieser Suite.

Am folgenden Tag war das Wetter nicht für ein Kurzschwimmen. Also verliessen wir Crucita nach dem Frühstück Richtung Simiatug.

Wir fuhren via Quevedo – Facundavela nach Simiatug. Das GPS und die befragten Leute führten uns aber nicht auf dem schnellsten Weg nach Simiatug. Wir erreichten unser ‚Daheim‘ erst um 22.15 Uhr. Mindestens 2 Stunden hätten wir schneller sein sollen.

In Simiatug war natürlich für uns Arbeit angesagt. Vreny hatte eine Werkstatt für Backen von Brot und Kuchen. Insgesamt nahmen zirka 20 Personen aus verschiedenen Dörfern  [singlepic id=556 w=320 h=240 float=left]daran teil. Ich und Lukas halfen in der Aula Virtual. Am Sonntag fuhren Saskia, Lukas und ich nach Salinas. Hier kauften wir Schokolade und Käse nach Schweizer Rezepten erstellt. Das Mittag nahmen wir in Guaranda ein: Pizza mit viel Käse. Die Rückreise nach Simiatug machten wir über El Arenal. Zu unserem Erstaunen hatte es oben (ca, 4300 m) keinen Nebel und die Sicht war recht gut.

[singlepic id=560 w=320 h=240 float=right]Am Montag wollten wir in Santa Teresa an einer Erstkommunion teilnehmen. Kurz vor der Abfahrt bekam ich von Rodrigo ein Telefon, und er bat mich, mit dem Lastwagen in Ambato Material zu holen. Ich sagte zu und Saskia und Luki mussten alleine mit Padre Jose-Luis nach Santa Teresa fahren, Vreny fuhr nämlich hinunter nach Mindina und Salaleo zum Unterrichten.

Am Mittwoch fuhren wir alle miteinander nach Quisapincha, wo wir ein paar Lederjacken kauften – zu Preisen zwischen $ 60 – 75. Kurz sahen wir uns noch in Ambato um, wo es nicht viel Sehenswertes gibt. Dann fuhren wir via Salasaca (wo wir wieder ein wenig einkauften, warme Strickjacken zu $ 15) nach Baños zu Maria Elena. Am Abend gingen wir noch ins heisse Vulkan-Wasser 40-50 Grad. Leider hat es um diese Tageszeit viele Gäste (Fleischmarkt).

Recht früh fuhren wir am folgenden Tag nach Cuenca. Dies ist die schönste und sauberste Stadt von Ecuador. Teils erkundeten wir zu Fuss und teils mit dem Touristenbus. Am Freitag fuhren wir Richtung Loja. In Saraguro machten wir Halt. Es ist ein sehr schönes Dörfchen. Die Frauen tragen ganz schwarze Trachten; die Männer ebenfalls in schwarz tragen kurze Hosen (etwas unter die Knie) und haben einen langen Zopf. [singlepic id=571 w=320 h=240 float=right]Ein so sauberes Dörfchen haben wir sonst in Ecuador noch nie gesehen.

Südlich von Loja besuchen wir das Dorf, in dem es angeblich viele Menschen über 100 Jahre haben soll: Vilcabama. Landschaftlich ist sowohl die Fahrt wie der Ort selber sehr schön – leider finden wir aber keine so alten Leute. Am Samstag gegen Mittag fahren Vreny und ich Richtung Simiatug. Saskia und Lukas besichtigen noch ein wenig die Stadt, um am Sonntag morgen – 7.00 Uhr – Richtung Peru zu verreisen.

Wir hatten mit unserer Fahrt nicht sehr Glück. Schon kurz nach Loja mussten wir wegen einem Verkehrsunfall ca. 30 – 40 Minuten warten. Beim Überqueren der westlichen Cordille Richtung Machala hatten wir während cirka 2 Stunden ziemlich Nebel. Das hatte zur Folge, dass wir noch einen Zwischenhalt machten – wir verbrachten eine Nacht in Naranjal und genossen die heimische Küche (viel Reis) schön begleitet vom Strassenlärm. Das Hotel war für seine $ 15 recht gut.

Am Sonntag gings weiter und so um 16.00 Uhr erreichten wir Simiatug. Leider haben wir vergessen in Guaranda zu tanken. Wir werden vom Padre ein paar Liter Benzin verlangen müssen.

Der Arzt hat mir übrigens empfohlen eine Woche kein Obst und kein Gemüse zu essen, was ich auch befolgt habe. Nach 8 Tagen begann ich wieder mit Gemüse. Die Früchte werden jetzt dann auch wieder dran kommen. Ich fühle mich eigentlich wieder pudelwohl.

So das wars – das nächste Mal werde ich ‚hoffentlich‘ früher schreiben.

Saskia und Lukas auf Besuch2012-02-04T14:23:10+00:00

Weihnacht bis Dreikönige

Hinter uns liegt eine sehr arbeitsintensive Zeit. Adventszeit – vieles wollte im alten Jahr noch geregelt werden.

[singlepic id=537 w=320 h=240 float=left]Hier im Hostal haben wir einen Umbau veranlasst. Da die Durchlauferhitzer drinnen in der Waschküche und ohne Kamin platziert waren und Eddy schon im letzten Aufenthalt überall nach Kaminen suchte, kam dann auf mein Drängen die Idee diese Heizkörper nach draussen zu verlegen und auf der Empore des Eingangs noch einen Balkon zum Wäschetrocknen zu errichten. Eine Öffnung für die Türe musste ausgebrochen und die Wasserleitungen mussten nach draussen verlegt werden, was zur Folge hatte, dass wir nachher in unserer Wohnung oben kein heisses Wasser mehr hatten. Das dauerte dann wieder zwei Wochen, bis Rodrigo, der Vorarbeiter Zeit fand, die verschiedenen Anschlüsse zu kontrollieren. So mussten wir dann immer in den unteren Stock, um zu duschen. An Weihnachten hatten wir dann wieder warmes Wasser und Eddy freute sich auf eine Dusche in unserer Unterkunft – aber oh Schreck, mitten unter dem Haare waschen ging das Gas aus und mit 14 Grad ist das nicht gerade so angenehm. Ich lief schnell in die Küche um vom restlichen Gas noch ein wenig Wasser zu heizen und konnte Eddy so aus seiner miesen Lage befreien.

Ab und zu ist Eddy wieder auf Material-Beschaffung, so unter anderem auch Einkauf der Keramikplatten für unseren Kindergarten in Santo Domingo. Wir haben Padre Sandro erzählt, dass zwei grossartige Jungs aus Eischoll mit ihren Schulkollegen ganz viel Zeit investiert haben, um für unseren Kindergarten Geld zu sammeln und, dass wir über 10’000 Franken ihnen zu verdanken haben. Er hatte eine Riesenfreude und wird sich melden. In letzter Zeit war aber eben ganz viel los.

Weihnachtsnovene mit den Kindern – Weihnachtsessen mit Simiatug Samai (Hostal und Näherei) – Weihnachtstreffen mit den Padres von Guaranda und Guayco (Wallfahrtsort) – Familienfest mit den Arbeitern des Padre – Mittagessen mit den Alten Menschen – Weihnachtsfeier mit den Padres und einem dänischen Ehepaar – Kinderfest der verschiedenen Gemeinden in Simiatug – Silvesterfeier mit den Schwestern – Fest der drei Könige (2 Tage) usw.

Als wir, Schwestern, Voluntarios und Padres einen ganzen Nachmittag lang in der Kirche die Krippe aufstellten, funktionierten die verschiedenen Lämpchen nicht. Ich telefonierte daher Eddy, um uns zu helfen und er war dann geraume Zeit beschäftigt, alles zu richten. Alle warteten geduldig auf das Aufleuchten der Lämpchen und Tage darauf kamen dann auch noch die Schwestern mit ihren Lämpchen und auch beim Padre fehlte es an Licht. Eddy brachte jedoch alles wieder zum Leuchten und so wurde er auch noch fürs Funktionieren der Mikrofone in der Kirche eingesetzt.

Mitte Dezember wurde ich in die Bäckerei gerufen, um eine neue Bäckerin zu unterstützen und in einigen Sachen zu unterweisen. So war ich am Morgen im Pfarrhaus und am Nachmittag in der Bäckerei und abends manchmal noch in der Küche im Hostal.

Die Brötchen, die hier gegessen werden, machte die neue Bäckerin sehr gut. Das Brot jedoch, das Cornelia schmeckt und unser Brot, das ich letztes Jahr erprobt habe, war nicht ihr Ding. Nun wissen wir, warum uns letztes Jahr das Vollkornbrot nicht geschmeckt hat, sie liessen es nicht aufgehen, denn diese Frau hatte schon mal eine Zeit lang mit der vorherigen Bäckerin gearbeitet.

[singlepic id=538 w=320 h=240 float=right]Cornelia lief schon nach meinem ersten Tag in der Bäckerei voll Freude zu mir, um mir mitzuteilen, wie gut nun das Vollkornbrot schmecke und wie gut es sich schneiden liesse. Auch übten wir nun Süsses zu backen, Kuchen und Törtchen. Zu allem Übel aber erkrankte die neue Bäckerin vor Weihnachten und so musste ich dann vieles alleine machen – 8 Vollkornbrote fürs Weihnachtstreffen [singlepic id=539 w=320 h=240 float=left]der Padres zum Verschenken – 60 Nussschnecken für die alten Menschen – 200 Törtchen fürs Familienfest der Arbeiter usw.

Dazu kam noch, dass die Frau welche im Pfarrhaus putzt und kocht, die letzte Woche im Monat immer fehlt, um sich weiterzubilden. So war mein Tagespensum ziemlich voll. Am ersten Tag der Woche noch Religionsunterricht in drei verschiedenen Gemeinden, eine davon erreicht man nur zu Fuss – 1½ h Fussmarsch bergauf, und am Freitag Morgen noch Unterricht hier im Dorf.

Als ich das Weihnachtsessen für sieben Personen im Pfarrhaus vorbereitete, kam plötzlich Padre Sandro strahlend in die Küche mit einer schönen Kette in der Hand, und sagte: „Für dich und danke für alles, was du für uns machst“, hängte mir die Kette um und umarmte mich voll Dankbarkeit.

[singlepic id=534 w=320 h=240 float=left]Gestern, am 6. Januar 2012 starteten wir um sechs Uhr in der Früh einen mehr als zweistündigen Fussmarsch in ein Dorf auf etwa 3800 m über Meer. Hier sollte einer der vielen Könige eingekleidet werden.

[singlepic id=533 w=320 h=240 float=right]Die Zeremonie war recht beeindruckend: Man dankte Vater Sonne, Mutter Erde und dem Wasser und legte Blumen Früchte und Getreide in eine aus Steinen geformte Sonne. Dann wurde der auserwählte König am See gewaschen und neu eingekleidet. Er durfte nun dankend die Opfergaben in den See werfen und einen Teil in die Erde legen. Zuletzt hatten die weiblichen Gäste die Ehre mit [singlepic id=530 w=320 h=240 float=left] dem König zu tanzen. Dann ging es in einer Prozession hinunter zum Schulhaus, wo wir verpflegt wurden. Anschliessend wanderte [singlepic id=531 w=320 h=240 float=right]man hinunter ins Dorf Simiatug, der König hoch zu Ross, begleitet von Musikanten und ihren Dorfbewohnern. [singlepic id=536 w=320 h=240 float=left]In Simiatug trafen dann an die 20 Könige auf Pferden ein, um dort um drei Uhr an der Vesper teilzunehmen und sich segnen zu lassen.

Eddy will sich ab jetzt nun mehr Zeit nehmen für die Schreinerei, um die Arbeiter zu unterstützen, ein wenig zu instruieren und um verschiedene Sachen zu verbessern, vor allem auch den Umgang mit den Maschinen. Demnächst wird eine Sitzung einberufen, um gewisse Sachen zu verbessern und klar zu stellen, denn manchmal lassen sie sich nicht so einfach belehren, weil sie ihre Arbeit lieber so machen, wie sie es gewohnt sind und sei es grad verkehrt.

So fehlt es nicht an Arbeit und die Zeit vergeht sehr schnell! Wir merken jedoch immer wieder, dass unsere Arbeit hier sehr geschätzt wird und in den Reden von Weihnachten hat man uns von Herzen gedankt!

[singlepic id=535 w=320 h=240 float=right]

Weihnacht bis Dreikönige2012-01-09T03:08:48+00:00

Immatrikulation Auto

AE – Das Auto, das wir letztes Jahr gekauft haben, war immer noch auf den Namen vom vorherigen Besitzer registriert. Spätestens am 10. Dezember mussten wir das ändern und mich als neuen Besitzer und Eigentümer auf der Immatrikulation eintragen.

So ging ich, um das sofort zu erledigen, am Freitag mit Rodrigo und Messias nach Guaranda. In Ecuador muss man alle vier Jahre die Permisio (Fahrausweis) erneuern.

Messias kam mit dem Computer beim ersten Versuch nicht richtig zurecht und probierte es nun 2 Tage später erneut – er schaffte es und war sehr zufrieden. Wir waren zirka um 09.00 Uhr bei der Automobilkontrolle. Er erhielt eine Nummer (Nr 13) und musste warten bis er aufgerufen wurde.

Wir wussten, dass er lange Zeit warten musste und fingen damit an, meine Immatrikulation zu regeln. Alles begann um 09.15 Uhr. Ich erhielt erst mal einen Zettel mit 10 Punkten, die ich erfüllen musste. Zum Glück waren einzelne für mich als Ausländer nicht erfüllbar. So müssen die Ecuadorianer einen Beleg bringen, dass sie an den Wahlen oder Abstimmungen teilgenommen haben. Selbstverständlich gehörten Kopien vom Pass, von der alten Immatrikulation, der vom Notar beglaubigte Kaufvertrag, Kopie der Identitätskarte des vorherigen Eigentümers dazu.

Mit all diesen Dokumenten ging ich zum Schalter 2. Hier wurde mir mitgeteilt, dass ich weiter unten in der Stadt zum Amt IRS gehen musste. Dieses kontrollierte alle Unterlagen und erstellte eine erste Rechnung von um die $ 160. Gleichzeitig stellte das Amt aber fest, dass zwei Daten auf der bestehenden Immatrikulation nicht übereinstimmten. Also mussten wieder hinauf zur Automobilkontrolle und diese Daten ändern lassen. Diese sagte mir, dass ich nachmittags um 15.00 Uhr wieder beim IRS sein müsste und ich dann den entsprechenden Betrag bei der Bank einzahlen könnte. Es war in der Zwischenzeit 12.00 Uhr.

Messias konnte seine Prüfung um 11.15 Uhr ablegen. Glücklicherweise hat er diesmal Erfolg. Das erste Mal ist er an der Bedienung des Computers gescheitert. Nach etwa einer halben Stunde ist er fertig und muss im Wartsaal warten. Hier im Wartsaal hat es natürlich einen TV, der so laut eingestellt ist, dass man an den Schaltern nicht gut hört, was die Beamten sagen. Zweimal wurde Messias an die Schalter gerufen. Beim dritten Aufruf erhielt er seine Permisio.

Wir gingen anschliessend mittagessen – es war 12.30 Uhr.

Nach dem Essen um 15.00 Uhr ging ich zum IRS um die neue Rechnung mit den aktualisierten Daten zu holen. Leider waren die Daten nicht aktualisiert. Also gingen wir wieder zur Automobilkontrolle. Der Chef persönlich aktualisierte die Daten. Wir konnten also wieder hinunter zum IRS – war jedes Mal zirka 5 Minuten mit dem Auto, Parkplatz suchen und warten am Schalter.

Diesmal klappte es aber. Ich konnte mit meinem Beleg zur Bank. Es waren $ 178, die ich bei der Bank einzahlen musste. Jetzt wieder hinauf zur Automobilkontrolle. Wir konnten direkt zum Chef, bzw. dessen Sekretärin. Diese erklärte uns, dass der Vertrag nicht mehr gültig sei und ich zwei Möglichkeiten hätte: neuen Vertrag erstellen oder eine Person mit ecuadorianischer Permisio solle quasi eine Vollmacht ausstellen. Es war in der Zwischenzeit 16.30 und wir konnten die Rückfahrt nach Simiátug antreten.

Ich wollte einen neuen Vertrag erstellen lassen und telefonierte nach Cuenca, wo ich das Auto gekauft habe. Drei Stunden später rief mich der Vermittler an und sagte mir, dass eine Anfertigung eines neuen Vertrages nicht möglich sei, da der vormalige Eigentümer im Ausland sei. Ich solle aber den Beamten den Vorschlag machen, dass ich bereit sei, eine Busse zu zahlen.

Am Montag fuhr ich also allein nach Guaranda, um die Sache zu erledigen. Um 09.45 war ich  in Guaranda. Bei der Einfahrt liess ich das Auto waschen. Anschliessend fuhr ich sofort zur Automobilkontrolle. Ich erklärte der Sekretärin die Situation und dass ich bereit wäre, eine Strafe zu zahlen. Sie sagte mir anschliessend, dass ich eine Citacion. Diese könne ich von jedem Polizisten ausstellen lassen. Also suchte ich den nächsten Polizisten, der mir nach dem ich ihm eine Kopie meines Passes und einer Kopie meines Fahrausweises diese Citacion erstellte.

Mit dieser Citacion ging ich zum Schalter 2. Hier musste ich also $ 13 bezahlen. Leider war die Sache damit aber nicht erledigt. Nun hiess es auf einmal, dass ich den Wagen einer technischen Kontrolle unterwerfen müsste. Diese Kontrolle findet draussen auf der Strasse vor der Automobilkontrolle statt. Ein Beamter kam mit einem Formular und kontrollierte das geparkte Fahrzeug. Da das Auto ziemlich neu ist, waren keine Mängel zu beanstanden. Dass ich das Pannendreieck nicht fand, übersah er wohlwollend.

Mit dem Formular der Kontrolle erschien ich wieder am Schalter 5. Nun schien alles i.O. Ich durfte mich hinsetzen. Nach 15 Minuten wurde ich wieder aufgerufen – es fehlte noch eine Kopie – weiss nicht mehr welche. Diese lieferte ich nach und dann 12.45 wurde ich ein zweites Mal aufgerufen und erhielt meine Immatrikulation.

Wie war ich zufrieden – eine richtige Erlösung, obwohl ich des Wartens und der komplizierten Abläufe ziemlich gewohnt war. Ich brauchte insgesamt praktisch zwei Tage, wenn man die Reiserei von Simiatug nach Guaranda mit jeweils 2 Stunden miteinrechnet.

Diese Geschichte schrieb ich vor allem darum, um aufzuzeigen, wo und wie sich das Land verbessern könnte. Wenn man bedenkt wieviel Zeit hier verloren geht, die nützlich genutzt werden könnte, so kann man sich vorstellen, wie wirtschaftlicher gearbeitet werden kann.

 

Immatrikulation Auto2011-12-22T01:56:06+00:00

Ankunft

Quito

[singlepic id=524 w=320 h=240 float=left]Ungefähr um Mitternacht trafen wir in Quito ein, hatten ruhige Flüge von Buenes Aires nach Lima und von da nach Quito. Die Ankunftshalle in Quito jedoch war randvoll gefüllt mit Reisenden und wir brauchten fast zwei Stunden, bis wir den Flughafen verlassen konnten – Pass – und Gepäckkontrolle.

Am Morgen rief uns schon unsere Freundin Carmen Ochoa in Quito an, und teilte uns mit, dass wir uns am Abend nicht nur mit ihr, sondern auch mit Padre Arnold aus der Schweiz treffen würden. Das freute uns natürlich sehr. Zusammen verbrachten wir einen gemütlichen Abend und erfuhren so auch aus erster Hand, was er und seine Begleiter auf der Reise alles erlebt hatten und was es so Neues gab für die Stiftung. Er war sehr zufrieden über seine Reise und sie hatten wunderbares Wetter.

Simiatug

[singlepic id=525 w=320 h=240 float=right]Am nächsten Morgen wurden wir mit unserem Auto von einem der Mitarbeiter des FEEP von Guaranda abgeholt. In Ambato machten wir noch ein paar Einkäufe und trafen dann so gegen 17.30 Uhr an unserem Arbeitsplatz ein. Unser erster Gang ging natürlich ins Pfarrhaus. Wir wurden von den beiden Padres mit strahlendem Gesicht empfangen und innig umarmt. Padre Sandro fand vor lauter Freude fast keine Worte und war überglücklich uns zu sehen. Er konnte fast nicht glauben, dass wir wieder da waren. Gleich schon am nächsten Tag wollte er mit uns nach Santo Domingo fahren, damit wir seine Arbeit kontrollieren könnten.

[singlepic id=529 w=320 h=240 float=left]Padre Sandro begleitete uns ins Hostal und wollte uns mit dem Gepäck behilflich sein. Da stand auch schon Cornelia bereit und alle sprangen herbei um uns höchst persönlich zu begrüssen. An unserer Türe stand ein Willkommens-Schild und ein gutes Essen wartete auch schon auf uns. Wir spürten richtig wie erfreut alle waren, dass wir wieder im Land sind. Auch am nächsten Tag werden wir überall mit „Willkommen“ d.h. „Bienvenidos“begrüsst. Auch die Schwestern liefen mit ausgestreckten Armen auf uns zu und hiessen uns ganz herzlich willkommen.

Eddy fuhr schon am nächsten Morgen nach Guaranda um unser Auto zu immatrikulieren und ich wurde schon ins Pfarrhaus gerufen. Die Koffern standen noch herum und warteten.

Somit musste auch Santo Domingo noch warten. Also fuhren wir am Freitag dahin und nahmen an einer Versammlung der Gemeinde teil. Sie bedankten sich herzlich bei uns und all unseren Freunden und Verwandten aus der Schweiz. Und teilten uns schon mal mit, dass wir dann zur Einsegnung und zum Fest eingeladen werden.

Samstags wollte Padre Sandro, dass wir ihn am Morgen an eine Messe mit Taufe begleiteten, an den Ort, an dem sie letzten Winter so ihre Schwierigkeiten mit der Strasse hatten und am Nachmittag an eine Beerdigung in eine ganz andere Richtung.

Die folgende Woche stürzten wir uns schon voll in die Arbeit. Eddy fuhr schon zweimal mit dem Camion nach Ambato – Material besorgen, dann nochmals nach Guarando – Auto- Immatrikulation, was er im Detail berichten wird und dann folgt schon ein Umbau hier im Hostal.

[singlepic id=526 w=320 h=240 float=right]Ich sehe schon wieder viel Arbeit im Pfarrhaus und am Freitag ging’s schon wieder in die Schule. Sonntags begleiteten wir Padre José-Luis in eine Gemeinde, die mit dem Auto nicht zugänglich ist. Wir liefen zuerst bergab, dann wieder bergauf – 1½ Stunde. Wir feierten eine Hochzeitsmesse, in der anschliessend noch die vier Kinder des Paares getauft wurden. Die Mühe hat sich doch [singlepic id=527 w=320 h=240 float=right]gelohnt- oder?

Heute Montag fuhr ich mit Padre José-Luis in zwei neue Gemeinden, die etwas tiefer liegen und bedeutend wärmer sind. Hier soll ich die grösseren Kinder zum Unterrichten übernehmen, da der Padre sich um die Kollegiums-Schüler bekümmern muss.

Im unteren Dorf wurden wir noch zu einem zwei Monate alten, toten Kind gerufen. Wie so oft hier, ist die Mutter sehr jung und ohne Mann.

Hier noch ein kleines Detail: Die Temperatur im Hostal beträgt 12 Grad. Es gab keine Sonne heute und die Temperatur sinkt sofort. Bei unserem Eintreffen in Simiatug hatte es 14 Grad. Die Natur benötigt jedoch den Regen. Im Sommer ist hier alles trocken und es fällt kein Regen. Da wir dieses Jahr einen Monat früher hier sind, können wir den Unterschied deutlich sehen.

Ankunft2011-12-14T02:36:06+00:00
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