Weihnacht bis Dreikönige

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Hinter uns liegt eine sehr arbeitsintensive Zeit. Adventszeit – vieles wollte im alten Jahr noch geregelt werden.

[singlepic id=537 w=320 h=240 float=left]Hier im Hostal haben wir einen Umbau veranlasst. Da die Durchlauferhitzer drinnen in der Waschküche und ohne Kamin platziert waren und Eddy schon im letzten Aufenthalt überall nach Kaminen suchte, kam dann auf mein Drängen die Idee diese Heizkörper nach draussen zu verlegen und auf der Empore des Eingangs noch einen Balkon zum Wäschetrocknen zu errichten. Eine Öffnung für die Türe musste ausgebrochen und die Wasserleitungen mussten nach draussen verlegt werden, was zur Folge hatte, dass wir nachher in unserer Wohnung oben kein heisses Wasser mehr hatten. Das dauerte dann wieder zwei Wochen, bis Rodrigo, der Vorarbeiter Zeit fand, die verschiedenen Anschlüsse zu kontrollieren. So mussten wir dann immer in den unteren Stock, um zu duschen. An Weihnachten hatten wir dann wieder warmes Wasser und Eddy freute sich auf eine Dusche in unserer Unterkunft – aber oh Schreck, mitten unter dem Haare waschen ging das Gas aus und mit 14 Grad ist das nicht gerade so angenehm. Ich lief schnell in die Küche um vom restlichen Gas noch ein wenig Wasser zu heizen und konnte Eddy so aus seiner miesen Lage befreien.

Ab und zu ist Eddy wieder auf Material-Beschaffung, so unter anderem auch Einkauf der Keramikplatten für unseren Kindergarten in Santo Domingo. Wir haben Padre Sandro erzählt, dass zwei grossartige Jungs aus Eischoll mit ihren Schulkollegen ganz viel Zeit investiert haben, um für unseren Kindergarten Geld zu sammeln und, dass wir über 10’000 Franken ihnen zu verdanken haben. Er hatte eine Riesenfreude und wird sich melden. In letzter Zeit war aber eben ganz viel los.

Weihnachtsnovene mit den Kindern – Weihnachtsessen mit Simiatug Samai (Hostal und Näherei) – Weihnachtstreffen mit den Padres von Guaranda und Guayco (Wallfahrtsort) – Familienfest mit den Arbeitern des Padre – Mittagessen mit den Alten Menschen – Weihnachtsfeier mit den Padres und einem dänischen Ehepaar – Kinderfest der verschiedenen Gemeinden in Simiatug – Silvesterfeier mit den Schwestern – Fest der drei Könige (2 Tage) usw.

Als wir, Schwestern, Voluntarios und Padres einen ganzen Nachmittag lang in der Kirche die Krippe aufstellten, funktionierten die verschiedenen Lämpchen nicht. Ich telefonierte daher Eddy, um uns zu helfen und er war dann geraume Zeit beschäftigt, alles zu richten. Alle warteten geduldig auf das Aufleuchten der Lämpchen und Tage darauf kamen dann auch noch die Schwestern mit ihren Lämpchen und auch beim Padre fehlte es an Licht. Eddy brachte jedoch alles wieder zum Leuchten und so wurde er auch noch fürs Funktionieren der Mikrofone in der Kirche eingesetzt.

Mitte Dezember wurde ich in die Bäckerei gerufen, um eine neue Bäckerin zu unterstützen und in einigen Sachen zu unterweisen. So war ich am Morgen im Pfarrhaus und am Nachmittag in der Bäckerei und abends manchmal noch in der Küche im Hostal.

Die Brötchen, die hier gegessen werden, machte die neue Bäckerin sehr gut. Das Brot jedoch, das Cornelia schmeckt und unser Brot, das ich letztes Jahr erprobt habe, war nicht ihr Ding. Nun wissen wir, warum uns letztes Jahr das Vollkornbrot nicht geschmeckt hat, sie liessen es nicht aufgehen, denn diese Frau hatte schon mal eine Zeit lang mit der vorherigen Bäckerin gearbeitet.

[singlepic id=538 w=320 h=240 float=right]Cornelia lief schon nach meinem ersten Tag in der Bäckerei voll Freude zu mir, um mir mitzuteilen, wie gut nun das Vollkornbrot schmecke und wie gut es sich schneiden liesse. Auch übten wir nun Süsses zu backen, Kuchen und Törtchen. Zu allem Übel aber erkrankte die neue Bäckerin vor Weihnachten und so musste ich dann vieles alleine machen – 8 Vollkornbrote fürs Weihnachtstreffen [singlepic id=539 w=320 h=240 float=left]der Padres zum Verschenken – 60 Nussschnecken für die alten Menschen – 200 Törtchen fürs Familienfest der Arbeiter usw.

Dazu kam noch, dass die Frau welche im Pfarrhaus putzt und kocht, die letzte Woche im Monat immer fehlt, um sich weiterzubilden. So war mein Tagespensum ziemlich voll. Am ersten Tag der Woche noch Religionsunterricht in drei verschiedenen Gemeinden, eine davon erreicht man nur zu Fuss – 1½ h Fussmarsch bergauf, und am Freitag Morgen noch Unterricht hier im Dorf.

Als ich das Weihnachtsessen für sieben Personen im Pfarrhaus vorbereitete, kam plötzlich Padre Sandro strahlend in die Küche mit einer schönen Kette in der Hand, und sagte: „Für dich und danke für alles, was du für uns machst“, hängte mir die Kette um und umarmte mich voll Dankbarkeit.

[singlepic id=534 w=320 h=240 float=left]Gestern, am 6. Januar 2012 starteten wir um sechs Uhr in der Früh einen mehr als zweistündigen Fussmarsch in ein Dorf auf etwa 3800 m über Meer. Hier sollte einer der vielen Könige eingekleidet werden.

[singlepic id=533 w=320 h=240 float=right]Die Zeremonie war recht beeindruckend: Man dankte Vater Sonne, Mutter Erde und dem Wasser und legte Blumen Früchte und Getreide in eine aus Steinen geformte Sonne. Dann wurde der auserwählte König am See gewaschen und neu eingekleidet. Er durfte nun dankend die Opfergaben in den See werfen und einen Teil in die Erde legen. Zuletzt hatten die weiblichen Gäste die Ehre mit [singlepic id=530 w=320 h=240 float=left] dem König zu tanzen. Dann ging es in einer Prozession hinunter zum Schulhaus, wo wir verpflegt wurden. Anschliessend wanderte [singlepic id=531 w=320 h=240 float=right]man hinunter ins Dorf Simiatug, der König hoch zu Ross, begleitet von Musikanten und ihren Dorfbewohnern. [singlepic id=536 w=320 h=240 float=left]In Simiatug trafen dann an die 20 Könige auf Pferden ein, um dort um drei Uhr an der Vesper teilzunehmen und sich segnen zu lassen.

Eddy will sich ab jetzt nun mehr Zeit nehmen für die Schreinerei, um die Arbeiter zu unterstützen, ein wenig zu instruieren und um verschiedene Sachen zu verbessern, vor allem auch den Umgang mit den Maschinen. Demnächst wird eine Sitzung einberufen, um gewisse Sachen zu verbessern und klar zu stellen, denn manchmal lassen sie sich nicht so einfach belehren, weil sie ihre Arbeit lieber so machen, wie sie es gewohnt sind und sei es grad verkehrt.

So fehlt es nicht an Arbeit und die Zeit vergeht sehr schnell! Wir merken jedoch immer wieder, dass unsere Arbeit hier sehr geschätzt wird und in den Reden von Weihnachten hat man uns von Herzen gedankt!

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2012-01-09T03:08:48+00:00
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